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"Aufruf zum Hass" erschüttert Béziers

Der Bürgermeister der südfranzösischen Stadt ließ aus Protest fremdenfeindliche Plakate unter anderem vor einer Kathedrale aufhängen.

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"Aufruf zum Hass" erschüttert Béziers

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Flüchtlingsfeindliche Plakate sorgen in der südfranzösischen Stadt Béziers für einen Skandal. Der parteilose Bürgermeister Robert Ménard ließ die Plakate mit Slogans wie “Der Staat drängt sie uns auf” und “Das war`s – Sie kommen…” aus Protest gegen eine neue Flüchtlingsunterkunft im Stadtzentrum anbringen. Die Organisation Emmaus, die Armut und Wohnungsnot bekämpft, sprach von einer “Trumpisierung der Politik” und “Burkinasierung des Geistes”.

Meinung

Es tut mir leid, aber die Grenzen der Toleranz sind überschritten.

Robert Ménard Bürgermeister Béziers

Der 60-jährige Ménard wurde 2014 mit der Unterstützung der rechtspopulistischen Partei Front National zum Stadtoberhaupt gewählt: “In einigen Schulen meiner Stadt haben wir bereits zu zwei Dritteln Schüler mit Migrationshintergrund. Es tut mir leid, aber damit sind die Grenzen der Toleranz überschritten.”

Ménard erklärte ferner, man habe die Bevölkerung “informiert”

Laut Medienberichten leben in der Unterkunft derzeit 40 Menschen. Die französische Regierung verurteilte die Aktion als “Aufruf zum Hass” und schaltete die Staasanwaltschaft ein. Bürger von Béziers gehen auf die Barrikaden: “All dies beschädigt das Image der Stadt, es beschädigt Béziers und die Bürger von Béziers, weil nicht alle von uns mit dieser Politik übereinstimmen. Wir stigmatisieren die Migranten und Flüchtlinge und das ist widersprüchlich. Béziers hat eine Partnerstadt in Syrien, Béziers ist eine christliche Stadt. Das ist schon überraschend.”

Eine Bürgerinitiative organisierte im Internet eine Unterschriftensammlung gegen die fremdenfeindliche Plakataktion. Bis Mittwoch schlossen sich knapp 30.000 Unterzeichner an. Béziers hat rund 75.000 Einwohner.