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Trauer in Kabul nach Überfall auf Schiiten-Schrein

Beim Angriff eines Extremisten auf einen schiitischen Schrein in der afghanischen Hauptstadt Kabul sind am Dienstagabend (Ortszeit) mindestens 14 Menschen getötet worden.

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Trauer in Kabul nach Überfall auf Schiiten-Schrein

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Beim Angriff eines Extremisten auf einen schiitischen Schrein in der afghanischen Hauptstadt Kabul sind mindestens 14 Menschen getötet worden. Vor dem Sakhi-Schrein versammelten sich am Morgen nach dem Überfall Schiiten, um um ihre Glaubensbrüder zu trauern und das Aschura-Fest zu begehen. 43 Personen wurden nach dem Überfall in Krankenhäuser Kabuls eingeliefert.

Meinung

Um meines unschuldigen sechs-Monate-alten Kindes willen, verschone mich!

Saleha Anschlagsopfer, Kabul

“Ein Uniformierter schoss in die Menge. Alle versuchten wegzulaufen. Ich war eingesperrt. Ihm ging die Munition aus. Als er nachlud, bat ich ihn: ‘Um meines unschuldigen sechs Monate alten Kindes willen, verschone mich’”, schildert Saleha den Überfall.





20 Prozent der afghanischen Muslime sind Schiiten. Bisher hatte Afghanistan relativ wenige Probleme mit Spannungen zwischen den religiösen Gruppen.

Aschura ist einer der höchsten schiitischen Feiertage. Er erinnert an das Martyrium des Dritten Imam. Der Enkel des Propheten war von den Soldaten des Kalifen in der Schlacht von Kerbala getötet worden. Damit war die endgültige Trennung des Islam in Sunniten und Schiiten sowie die Vorherrschaft der Sunniten besiegelt.

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