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Hilfsorganisation erwirken Räumungsaufschub von Flüchtlingslager in Calais

Nach Meinung mehrerer Organisationen ist der Zeitplan zu eng. London will unbegleitete Minderjährige, die Verwandte in Großbritannien haben, ins Land lassen.

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Hilfsorganisation erwirken Räumungsaufschub von Flüchtlingslager in Calais

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Die französische Regierung will das Flüchtlings-Camp in Calais bis Ende des Monats räumen. Doch nun haben mehrere kirchliche und humanitäre Organisationen laut französischen Medienberichten einen Aufschub von mindestens einer Woche erwirkt.

Grund ist unter anderem das Schicksal von bis zu 1300 unbegleiteten Minderjährigen und Kindern im Dschungel, wie das Camp bei Calais genannt wird.

Einige Kinder und Jugendliche haben Glück: Sie dürfen seit kurzem legal nach Großbritannien, weil sie alleine in Calais sind und auf der anderen Seite des Kanals lebende Verwandte haben: “In London ist meine Familie, meine Schwester. Mir müssen dort hin. Wir haben keine andere Lösung und wir können nicht woanders leben, in Frankreich oder Deutschland”, sagt Saadi aus Afghanistan.

Anfang der Woche hatte sich die britische Regierung mit überparteilicher Zustimmung offiziell bereit erklärt, unbegleitete Kinder aus Calais aufzunehmen. Wie viele genau, will das Innenministerium nicht bekannt geben. Erwachsene mit Verwandten in Großbritannien müssen weiterhin auf eine Anerkennung nach den Dublin-Regeln hoffen.

Doch die Überprüfung der Ansprüche der Kinder und Jugendlichen sei nicht wie gefordert binnen weniger Tage zu schaffen, so die französische Organisation Terre d’Asile. Auch das abgelehnte Kinder an Menschenschmuggler und in sklavereiähnliche Anhängigkeitsverhältnisse geraten, ist ein Risiko.

Insgesamt bis zu 10.000 Menschen leben laut Hilfsorganisationen in dem Camp bei Calais. Die französische Regierung will es, sobald es los geht, binnen weniger Tage aufgelöst und die Flüchtlinge und Migranten auf Dutzende Aufnahmezentren im ganzen Land verteilt haben.