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Viel Lärm um nichts: Berlioz' "Beatrice und Benedict"


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Viel Lärm um nichts: Berlioz' "Beatrice und Benedict"

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Hector Berlioz, einer der großen französischen Komponisten der Romantik, ließ sich gern von Shakespeare inspirieren. Dessen vierhundertster Todestag wurde in diesem Jahr begangen. Das Theatre du Capitole in Toulouse in Südwestfrankreich brachte zu Ehren des Dichters Berlioz’ letzte Oper Beatrice und Benedict auf die Bühne – sie beruht auf “Viel Lärm um nichts”.

Dirigent Tito Ceccherini musste sich erst einmal mit dem Werk anfreunden: “Diese Oper über Monate einzustudieren war sehr spannend. Aber ich habe nur nach und nach die Unklarheiten, die ich mit ihr hatte, beseitigen können. Selbst wenige Wochen vor meiner Ankunft in Toulouse konnte ich noch nicht sagen, dass ich sie völlig verdaut hätte. Aber dann, während der Proben, hatte ich das Gefühl, dass ich jeder einzelnen Note von Berlioz beipflichten kann. Sogar diejenigen, die ich immer noch überraschend finde, aber immer auch stimulierend, scheinen mir heute völlig notwendig zu sein.”

Hector Berlioz vereinfachte Shakespeares verstrickte Komödie über Liebe und Intrigen. Im Mittelpunkt stehen nun Beatrice und Benedict, die sich zuerst offenkundig nicht leiden können und Wortgefechte liefern, dann aber durch die Ränkespiele ihrer Freunde zueinander finden.

“Die Vereinfachung ermöglichte Berlioz, sich auf Themen wie die Liebe oder die Psychologie der Personen zu konzentrieren, aber auch auf die Wahrnehmung, die jeder von sich selbst hat, die Beziehung zu den anderen. Das ist nicht nur einfach Unterhaltung, sondern wie ein Stich in unseren wichtigsten Nerv”, meint Ceccherini.

Berlioz sah sich selbst als klassischer Komponist, war jedoch Vorbild und Wegbereiter für viele Romantiker. “Dies ist ein Komponist, dessen Sprache tief in der Klassik verwurzelt ist”, sagt Ceccherini. “Aber Berlioz ist ganz klar ein Geist, der die Entwicklung und die Bereicherung sucht. Er ist ein Komponist, der immer nach neuen Wegen sucht, um den naheliegendsten zu umgehen. Doch da seine musikalischen Phrasen, seine Harmonien, auf den ersten Blick sehr klassisch aussehen, war ich manchmal etwas frustriert, ja ein bisschen verwirrt, dass eine Phrase in einer bestimmten Weise anfängt, dann aber völlig unerwartet ganz anders endet. Und letztlich ist die Komposition völlig schlüssig. …

Die Arie der Beatrice ist ein außergewöhnliches Stück…

… Da gibt es den sentimentalen Teil, den dramatischen, den Elan, den Enthusiasmus. Und der Schluss dieser Arie hat all diese Lebhaftigkeit, die letztlich das Charakteristische dieser Oper ist. Die Partitur ist ein Feuerwerk der Ideen, der Freude an der Musik und ein Vergnügen von Anfang bis Ende!”

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