Eilmeldung

Eilmeldung

USA: Kinder erschießen Kinder

Unfälle mit Schusswaffen sind ein unterschätztes Problem in den USA.

Sie lesen gerade:

USA: Kinder erschießen Kinder

Schriftgrösse Aa Aa

Eine Schattenseite der mächtigen Waffenindustrie in den USA: Die Anzahl der Kinder, die durch Schusswaffen sterben, wird in öffentlichen Statistiken deutlich unterschätzt.

Auch der vierjährige Bryson Mees-Hernández ist ein Opfer. Er übernachtete bei seinen Großeltern, wo er sich versehentlich in den Kopf schoss. Die geladene Pistole hatte er unter Opas Bett gefunden.

Mitten in der Nacht wurde Brysons Mutter von der Polizei verständigt:
Crystal Mees erinnert sich:
“Es hieß: Ihr Sohn wurde erschossen. Das habe ich nicht glauben können. Er war doch bei seinen Großeltern. Wie konnte er dort erschossen werden?”

“911 what’s your emergency?”

So etwas passiert oft: Der vierjährige Cameron Price musste im Mai 2015 sterben, weil sein sechsjähriger Bruder den Abzug einer Pistole drückte, die geladen in einem Hotel in Louisiana herumlag.

Recherchen der Nachrichtenagentur AP zufolge wurden zwischen Januar 2014 und Juni 2016 mehr als 300 Kinder versehentlich erschossen.

Die öffentlichen Statistiken zeichnen jedoch ein anderes Bild: Nach Angaben des Zentrums für Krankheitskontrolle und Prävention kamen 2014 auf diese Weise mehr als 70 Kinder ums Leben. AP zählt für denselben Zeitraum über 110 Todesopfer.

Langsam rückt das Problem in das Bewusstsein der Menschen. Im Januar ergriff US-Präsident Barack Obama Maßnahmen, um Schusswaffen besser zu kontrollieren.

Thema im Wahlkampf

Auch die demokratische Präsidentschaftskandidatin nimmt den Kampf gegen die National Rifle Association auf. Sie sagte, “wir wissen, dass die Waffenlobby sehr mächtig ist, es ist wohl die mächtigste Lobby in Washington. Wir wissen auch, dass einige Kandidaten alles tun würden, um sie zufriedenzustellen.”

Ein kaum verhüllter Seitenhieb auf Donald Trump, ihren republikanischen Gegner. Mit ihren Worten zieht Clinton den Ärger der NRA auf sich, die ihrerseits an die etwa 100 Millionen Waffen tragenden US-Bürger appellierte, im November gegen sie zu stimmen.