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DiCaprio - Wolf oder Schaf im Skandal um malaysischen Staatsfonds?


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DiCaprio - Wolf oder Schaf im Skandal um malaysischen Staatsfonds?

Der US-Schauspieler Leonardo DiCaprio will Gelder zurückzahlen, die seine Stiftung möglicherweise vom malaysischen Staatsfonds 1MDB («1Malaysian Development Berhad») bekommen hat, so sein Sprecher. Der Staatsfonds steht im Zentrum eines weltweiten Geldwäsche-Skandals.

Im Juli hatte die US-Justiz nachgewiesen, dass 55 Millionen Euro aus dem Fonds für die Produktion des Films «Τhe Wolf of Wallstreet» (2103) abgezweigt worden waren, in dem DiCaprio die Hauptrolle spielte und als Co-Produzent wirkte. Zudem sollen mindestens 1,8 Millionen Euro Spenden des Staatsfonds in DiCaprios Stiftung zum Schutz der Umwelt geflossen sein.

Beim Fonds waren Milliardenbeträge verschwunden oder auf ausländische Bankkonten mit unbekannten Eigentümern abgeflossen. Gegen 1MDB laufen in mindestens sechs Ländern Geldwäsche-Untersuchungen, darunter auch in der Schweiz.

Der Fonds wurde 2009 vom malaysischen Ministerpräsidenten Najib Razak gegründet, um ausländische Investitionen anzukurbeln – er beschaffte nach Medienberichten (“NZZ”) mit Staatsgarantien auf den Kapitalmärkten rund 5,5 Milliarden Euro. Der Fonds steckt inzwischen allerdings milliardentief im Schuldensumpf. Kontrolliert wird der Fonds von Razak, der verdächtigt wird, selbst Gelder in dreistelliger Millionenhöhe veruntreut zu haben. Im Zentrum des Skandals steht allerdings sein Stiefsohn Riza Aziz.

Weil die Falcon-Bank, Zürich, im Zusammenhang mit Transaktionen rund um den malaysischen Staatsfonds 1MDB schwer gegen Geldwäschebestimmungen verstoßen haben soll, haben die Aufsichtsbehörden die Schließung der Niederlassung in Singapur verfügt.

Die Leonardo DiCaprio-Stiftung unterstützt seit 1998 Umweltschutzprojekte. Der Schauspieler ist zudem UNO-Sonderbotschafter für Klimaschutz, wird allerdings wegen seiner möglichen Verwicklung in den Finanzskandal rund um 1MDB von Umweltschützern kritisiert.

Sigrid Ulrich mit AFP

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