Eilmeldung

"Aus" für Donald Trump?

Unser Washington-Korrespondent Stefan Grobe sagt, für Trump ist es wahrscheinlich aus.

Sie lesen gerade:

"Aus" für Donald Trump?

Schriftgrösse Aa Aa

Unser Washington-Korrespondent Stefan Grobe zur dritten Debatte zwischen Donald Trump und Hillary Clinton:

euronews: “Die drei Fernsehdebatten im US-Wahlkampf sind vorbei. Viele politische Beobachter sagten, Trump müsse die Debatte gewinnen, um seinen Rückstand in den Umfragen wett zu machen. Kann er diese Wahl noch gewinnen oder ist es für ihn vorbei?”

Stefan Grobe: “Beide Kandidaten haben bei der dritten Debatte ihre beste Leistung abgeliefert. Aber für Trump reicht das nicht. Er muss weiße Frauen mit College-Ausbildung für sich gewinnen, – eine Gruppe, die dramatisch Richtung Clinton tendiert, hauptsächlich wegen Trumps Kommentaren über Frauen im Allgemeinen und über bestimmte Frauen. Als er gestern Clinton eine “ekelhafte Frau” nannte, kam das sicher bei der Mutter in Philadelphia und der Großmutter in Indianapolis nicht so gut an. Ist es vorbei für ihn? Wahrscheinlich, ja. Er hat lediglich seinen Anhängern das vorgelegt, was sie hören wollten.”

euronews: “Amerikanische Medien sagen, Trump habe ‘politischen Selbstmord’ begangen, weil er nicht sagen wollte, ob er das Wahlergebnis akzeptiert? Verliert er jetzt auch seine treusten Anhänger?

Stefan Grobe: “Ich glaube nicht, dass seine treusten Anhänger ihn verlassen, denn sie glauben alles, was er sagt. Er spricht schon lange darüber, dass das System mit allen Mitteln gegen ihn arbeitet. Seine Hauptwählerschaft, das sind weiße Männer aus der Arbeiterschicht, ohne College-Ausbildung, die das Gefühl haben, dass sie von Amerikas Eliten verlassen wurden. Aber man kann eine Wahl nicht nur mit weißen Männern ohne College-Ausbildung gewinnen. Sie stehen hinter ihm, aber alle anderen scheinen die Flucht zu ergreifen.”

euronews: “Worauf konzentrieren sich die Kandidaten nun in den nächsten drei Wochen vor der Wahl?”

Stefan Grobe: “In dieser Zeit konzentrieren sich die Kandidaten darauf, die Basis zu mobilisieren und die Wählerschaft zu vergrößern. Hier hat Hillary Clinton die Oberhand, denn sie hat eine bessere Organisation hinter sich. Beispiel Florida: Hillary Clinton hat zehn Mal mehr Büros als Donald Trump und diese sind in ständigem Kontakt mit der Bevölkerung und ich glaube, das wird letztendlich den Ausschlag geben.”

Stefan Grobe auf Twitter, das Neueste aus dem US-Wahlkampf: