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Sorgen um Gewalt nach Eroberung: Verbündete erörtern Vorgehen in Mossul


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Sorgen um Gewalt nach Eroberung: Verbündete erörtern Vorgehen in Mossul

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In Paris sind am Donnerstag hochrangige Vertreter des Irak, mehrerer Nachbarländer und von Beteiligten der Anti-IS-Koalition zusammengekommen, um über das Vorgehen nach einer Eroberung Mossuls zu beraten.

Dabei sollten anderem die Frage der Kontrolle und Verhaltensrichtlinien festgelegt werden, um neue Gewaltausbrüche zwischen den verschiedenen Volksgruppen zu vermeiden. Die Situation birgt auch politisches Konfliktpotential, etwa in der Frage, wie zuverlässig sich die Peschmerga an das Oberkommando in Bagdad gebunden und überparteilichen Interessen verpflichtet fühlen.

Besonders viel Misstrauen schlägt den sogenannten Volksmobilmachungskräften des schiitischen Bevölkerungsteils im Süden entgegen – vor allem seitens der lokalen sunnitischen Bevölkerung im Norden, der die Gewalt nach der US-Invasion noch im Gedächtnis ist. Aber auch die Türkei sieht sie kritisch und unter dem Einfluss des Iran.

Iraks Außenminister Ibrahim Al-Jaafari versuchte solche Bedenken zu zerstreuen. “Es gibt keinen Grund wegen der Anwesenheit der schiitischen Milizen der Volksmobilmachungskräfte besorgt zu sein. Diese Kräfte opfern ihre Söhne für die Befreiung von Mossul. All jene, die sagen, die Milizen würden Verbrechen oder Morde begehen, sollten Beweise vorlegen, es ist nicht wahr. Die gesamten Kräfte kämpfen unter dem Kommando der irakischen Armee. Diese Milizen werden wieder nach Hause zurückkehren, sobald diese außergewöhnliche Situation vorbei ist.”

Auch Ministerpräsident Haider al-Abadi sprach per Videokonferenz von einer neuen Phase der Zusammenarbeit der irakischen Volksgruppen. Eine Kooperation wie bei der zügig vorankommenden Offensive auf Mossul, mit der Präsenz irakischer Einheiten in kurdischen Gebieten, habe es seit 25 Jahren nicht gegeben.

Auch der Umgang mit der Westflanke ist Thema in Paris. Die schiitischen Milizen wollen Bagdad, helfen, den IS-Kämpfern den Rückzugsweg nach Syrien abzuschneiden. Ein Schritt, den manche sunnitische Fraktionen als Unterstützung des syrischen Regimes kritisieren. Frankreichs Präsident Francois Hollande plädierte zu Beginn des Treffens dafür, die Dschihadisten nicht nach Raqqa entkommen zu lassen. Denn auch auf die syrische Hochburg müsse eine Offensive vorbereitet werden, so Hollande.

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