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Die loyalsten Wähler von Donald Trump kommen aus West Virginia


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Die loyalsten Wähler von Donald Trump kommen aus West Virginia

West Virginia ist einer der ärmsten Bundesstaaten der USA. Wirtschaftlich geht es der Region seit der Schließung vieler Kohlebergwerke schlecht, die Bevölkerung leidet unter der industriellen Umstrukturierung im Zuge der Energiewende. Genau hier scheint Donald Trump eine Basis an loyalen Wählern gefunden zu haben, in einem Bundesstaat, der traditionell demokratisch wählt.
Euronews war zu Besuch in Fairmont, der Hauptstadt von Marion County, die ärmste Region von West Virginia. Dort trafen wir Barry Bledsoe, Unternehmer und republikanischer Kandidat für den Senat von West Virginia.

Er erklärt, warum Donald Trump für viele Menschen die richtige Wahl scheint:
“Ich besuchte eine Wahlkampfveranstaltung von Trump in Charleston. Dort waren viele Bergarbeiter anwesend. Das konnte man an ihren Mützen erkennen. Trump sagte zu diesen Männern: ‘Ich sehe viele Bergarbeiter’, sie jubelten und er sagte weiter ‘Wenn ich gewählt werde, macht eure Körbe fertig, denn ich werde euch wieder Arbeit verschaffen.’ Ihr Applaus hat fast das Dach abgehoben.”

Auch Ernie Vangilder, republikanischer Landrat, ist vom pragmatischen Geschäftsmann Trump überzeugt: “Wenn Sie mich gefragt hätten, ob er mein Favorit in den Vorwahlen war, werde ich “nein” sagen. Aber wenn Sie mich heute fragen, sage ich Ihnen: Auf jeden Fall ist er meine Wahl, wenn ich die Alternative sehe. Geschäftsleute sollen in die Regierung, die Regierung soll sich aus den Geschäften raushalten.”

Ein erfolgreicher Geschäftsmann würde die Regierung aufmischen und die Dinge auf den Kopf stellen. Davon ist man in Fairmont überzeugt.

Phil Mallow, republikanischer Kandidat für das “House of Delegates”: erklärt:“Wenn ein Milliardär sich bereit erklärt, sein komfortables Leben sein zu lassen, um diese ungaubliche Aufgabe für uns anzupacken, stößt das auf positive Resonanz bei den Menschen. Sie wollen das. Wir reden nicht von Menschen, die reich werden und dann verschwinden. Er sagt: ‘Das ist das, was ich für euch tun werde. Das verbinden sie mit ihm.’

Die Menschen in West Virginia bringen Donald Trump ihr Vertrauen entgegen, mehr als der demokratischen Kandidatin Hillary Clinton. Das kommt auch beim Gespräch mit diesen Angestellten eines Restaurants zum Ausdruck: “Ich will keinen der beiden. Wir wollen Hillary nicht, Trump wäre zumindest okay.” Eine andere Angestellte fügt hinzu: “Ich werde Trump wählen. Eigentlich will ich für niemanden stimmen, aber er ist das kleinere Übel. Es regt micht auf; wenn das das Beste ist, was die USA zu bieten haben, dann sind wir in der Klemme.”

Ein Passantin sagt: “Ich werde Trump unterstützen, einfach, weil ich Hillary Clinton nicht auf diesem Posten erleben will.”

An diesem Nachmittag ist wenig los in der Hauptgeschäftsstelle der Demokraten. Nicht ein einziger Wähler kommt vorbei. Der Demokrat James Tate, bemüht sich telefonisch um die Stimmen der Wähler, von denen er denkt, dass sie noch überzeugt werden können. Er versteht nicht, wie es Trump zum Kandidaten für die Republikaner geschafft hat: “Wirklich? Wie konnte dieser Mann jemals nominiert werden? Die Menschen in West Virginia sind 100 Prozent für den Kohlenbergbau. Egal, ob sie dort beschäftgt sind, oder nicht. Es ist Kohle, das war’s. Es ist schwer für sie, loszulassen, zu verstehen, dass die Kohle ein Auslaufmodell ist.”

Die Kohle ist das einzige und bestimmende Thema in diesem Wahlkampf. Clinton hatte auf einer Wahlkampfveranstaltung angekündigt, dass auch weitere Bergwerke im Zuge der Umstrukturierung geschlossen werden müssten. Das bildete den Wendepunkt für die Wählerschaft in West Virginia.

Carroll Boherty vom Pew Research Center führt aus:
“West Virginia war ein demokratischer Staat und hat sich langsam zu einem republikanischen gewandelt, zum Teil wegen der Positionen zu Umweltthemen und der Waffenkontrolle. Es ist ein weißer Staat, diese weißen Wähler sind sehr wichtig, aber sie spielen insgesamt eine immer geringere Rolle. Trotzdem sind sie wichtig für die Republikaner. Sie sind die Basis, auf die sich Trump stützt.”

Mit ihrer Aussage zur Zukunft des Bergbaus war Clintons Schicksal in West Viriginia besiegelt, auch wenn sie gleichzeitig in Aussicht stellte, neue Wirtschaftszweige in den erneuerbaren Energien in der Region aufzubauen. Ein harter Schlag für die Demokraten, für die der Bundesstaat einst eine Hochburg war.

Dr. Stefan Grobe, euronews:
“Die Menschen fühlen sich von Obama und den Demokraten im Stich gelassen. Sich setzen ihre Hoffnung auf Donald Trump. Nur er, so glauben sie, kann ihnen ihre Arbeit zurück bringen – und ihren Stolz.”

Jede Geschichte kann aus vielen Perspektiven erzählt werden. euronews Journalisten berichten in ihren Sprachen, mit ihrer Sicht der Dinge.

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