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Frankreich will mit Abriss des Flüchtlingslagers bei Calais beginnen


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Frankreich will mit Abriss des Flüchtlingslagers bei Calais beginnen

Die französische Regierung will heute mit dem Abriss der improvisierten Unterkünfte im Flüchlingslager bei Calais beginnen. Um Spannungen zu vermeiden, sollen die Arbeiten zunächst von Hand und nicht von Bulldozern erledigt werden.

Am zweiten Tag der Räumung des sogenannten “Dschungels” gab es an den Registrierungsbüros schon am frühen Morgen großen Andrang. Die Polizei versucht ihn in geordnete Bahnen zu lenken, mehrmals kam es zu tumultartigen Szenen. Die Wartenden hoffen auf Plätze in urbanen Zentren wie Paris und befürchten schlechtere Chancen und Umstände bei einer späteren Registrierung.

Anders als im Vorfeld am Wochenende verläuft die Umquartierung selbst bislang weitgehend ruhig und ohne Proteste. Schon am Montag hatten sich rund 2300 Flüchtlinge und Migranten freiwillig registriert und mit Bussen in eine der 450 französischen Aufnahmeeinrichtungen bringen lassen.

“Ich bleibe hier in Frankreich, weil ich Asyl beantragen werde, ich werde nicht nach Großbritannien gehen”, so ein wartender Mann aus Afghanistan auf Englisch. “Ich hatte Gründe, mein Land zu verlassen. Es geht um die Taliban. Es ist schwierig für mich, aber ich werde überleben.”

Die Behörden erwarten, dass einige der über 6000 Bewohner des Camps ihr Ziel Großbritannien nicht aufgeben wollen. Sorgen bereiteten humanitären Organisationen vor allem minderjährige Flüchtlinge, die es auf eigene Faust versuchen und in dann der Illegalität ohne Zugang zu Hilfsangeboten bleiben würden. Viele von ihnen können nun aber auf einen legale Einreise hoffen: London will in bestimmten Fällen auch Jugendliche aufnehmen, die keine Verwandten auf der Insel haben.

Der Vorgang wird in Großbritannien medial genau beobachtet. Kritiker vermuten auch Erwachsene unter den Aufgenommenen und werfen den Behörden vor, das angegebene Alter der Personen nicht medizinisch auf Plausibilität zu überprüfen. Medizinern zufolge handelt es sich bei sogenannten Altersfeststellungen an Jugendlichen immer nur um Schätzungen, mit einer Schwankungsbreite von mehr als sechs Jahren. Eine genauere Feststellung sei am lebenden Menschen und nichtinvasiv nicht möglich.

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