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NATO bestätigt Pläne zur Stärkung der Nordostgrenze


Redaktion Brüssel

NATO bestätigt Pläne zur Stärkung der Nordostgrenze

Das nordatlantische Verteidigungsbündnis hat auf der Tagung seiner Verteidigungsminister die geplante Stationierung von vier internationalen Batallionen in Polen und den Baltischen Staaten bestätigt.

NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg erklärte dazu:

“Es ist wichtig und notwendig, dass die NATO antwortet, und diese Antwort auch umsetzt, angesichts des bedeutenden, umfangreichen und seit geraumer Zeit betriebenen Ausbaus russischer militärischer Kapazitäten in der Region. Das ist glaubwürdige Verteidigungspolitik, die nicht auf Provokation abzielt, sondern auf die Prävention von Konflikten. Und es beweist, dass die NATO willens und in der Lage ist, tausende von Truppen zum Schutz unserer Verbündeten zu stationieren.”

Die Batallione sollen jeweils eintausend Mann stark sein und überwiegend aus Artillerie und Infantrie bestehen. Sie werden jeweils von den Streitkräften der USA, Deutschlands, Kanadas und Großbritanniens geleitet.

Für den Brüsseler Korrespondenten der Fachzeitschrift Jane’s Defence Weekly, Brooks Tigner, liegt die Bedeutung der Batallione weniger im militärischen als vielmehr im politischen Bereich:

NATO und die Verbündeten setzen auf die multinationale Mischung der Soldaten, und auf die diplomatischen und politischen Folgen, die es unmittelbar nach sich ziehen würde, wenn ein Konflikt ausbrechen sollte und russische Streitkräfte britische oder amerikanische, deutsche oder kanadische Soldaten töteten.”

Die neuen Truppen könnten später mit Raketenabwehr-, Luftaufklärungs und Cyberabwehrkapazitäten verbunden werden, hieß es aus NATO-Kreisen.

Eine ähnliche Strategie schwebt der NATO auch für die Schwarzmeerregion vor. Die Anrainer-NATO-Staaten Rumänien, Bulgarien und die Türkei sollen bald Pläne für eine verstärkte Präsenz zu Wasser und in der Luft, sowie für eine multinationale Batallion vorlegen.

Unser Korrespondent Andrei Beketov erfuhr am Rande des Verteidigungsrat jedoch, dass dies möglicherweise nicht so reibungslos vonstatten gehen könnte:

“Nach der Stärkung ihrer Nordostgrenze macht sich die NATO nun an diejenige der Grenze im Südosten. Aber es gibt Probleme mit der Türkei, vor allem nach dem vereitelten Coup, so eine diplomatische Quelle. Ankara zögert bei der Zusammenarbeit mit Rumänien und Bulgarien. Präsident Erdogan will selbst die Hauptrolle dabei spielen, das Schwarze Meer nicht zu einem, so Erdogan, “russischen See” werden zu lassen.

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