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Drohung wahrgemacht: Syrische Rebellen starten Großangriff in Aleppo

Russland startet vorerst keine Luftangriffe

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Drohung wahrgemacht: Syrische Rebellen starten Großangriff in Aleppo

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Mit Granatenschlägen und Selbstmordattentätern haben syrische Rebellen den Westteil der umkämpften Stadt Aleppo angegriffen. Es soll ein Befreiungsschlag sein für den Osten, der seit Wochen von den regierungstreuen Truppen des Assad-Regimes belagert wird.

Regierungsmedien und oppositionsnahe Medien berichten von mehreren toten Zivilisten infolge der Angriffe. Bilder aus einem Krankenhaus im von der Regierung gehaltenen Westteil Aleppos zeigen Verwundete und verzweifelte Menschen. Ein Sprecher einer extremistischen Organisation sprach von zwei “Märtyrer-Taten”. Danach seien die Rebellen in der Lage gewesen, wichtige Gebiete zu befreien. Eine ungenannte Quelle im syrischen Militär sagte, an den Angriffen sei auch der sogenannte Islamische Staat beteiligt.

Seit Tagen angekündigt

Seit Tagen hatten die Rebellen einen Vorstoß angekündigt, mit dem sie den Belagerungsring der Regierungstruppen um den Ostteil der Stadt durchbrechen wollen. In der belagerten Zone fehlt es den Menschen inzwischen an allem. Während einer Waffenruhe war es internationalen Hilfsorganisationen nicht möglich, zu den Notleidenden vorzudringen.

Die russische Regierung steht weiterhin auf der Seite des syrischen Machthabers Bashar al-Assad. Russlands Verteidigungsministerium wollte nach den Nachrichten denn auch die Luftangriffe auf die Rebellen im Osten Aleppos fortsetzen, Präsident Putin aber legte sein Veto ein. “Die russische und die syrische Luftwaffe sind schon seit zehn Tagen nicht mehr über Aleppo im Einsatz”, sagte Außenminister Sergei Lawrow. “Unsere Flugzeuge kommen der Frontlinie um Aleppo nicht näher als zehn Kilometer.” Russland hat Bereitschaft für einen erneuten Waffenstillstand angekündigt. Aber angesichts der Berichte über Landgewinne der Rebellen in den Vororten von Aleppo ist es fraglich, wie lange die Russen ihre Luftangriffe noch aussetzen.

Aleppo war vor dem Krieg die größte Stadt Syriens. Seit Jahren ist sie geteilt, den Westteil kontrolliert die syrische Regierung. Der Osten ist derzeit unter Kontrolle der Rebellen. Seit diesem Sommer haben Regierungstruppen jedoch einen Belagerungsring um Ostaleppo gezogen, durch den mehrere Hunderttausend Menschen von der Außenwelt abgeschnitten sind.