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"Null Müll": Marokkos Jugend packt selbst an


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"Null Müll": Marokkos Jugend packt selbst an

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Marokko setzt beim Umweltschutz auch auf die Beteiligung der Bürger. Auf Initiative von jungen Leuten wurden mehrere Vereinigungen gegründet, die für den Umweltschutz selbst zur Tat schreiten und die ihre Landleute mit Kampagnen zu sensibilisieren versuchen.

Eine dieser Gruppen ist Bahri, auf deutsch “mein Meer”. Sie mobilisiert Freiwillige, um die Strände vom Müll zu befreien – wie zuletzt in Casablanca. Ihre Aufklärungskampagnen richten sich vor allem an Kinder und Jugendliche.

Saad Abid hat “Bahri” gegründet: “Als Marokkaner fühle ich mich verantwortlich für die Zukunft meines Landes. Ich habe dieses Projekt ins Leben gerufen, denn ich hatte die Nase voll davon, in einer dreckigen Stadt aufzuwachsen. Ich möchte, dass meine Kinder in einer sauberen, gesunden Umgebung aufwachsen, in der sie an den Strand gehen können, ohne überall über Müll stolpern. Was den Abfall auf Casablancas Straßen angeht, arbeiten wir jetzt mit den Lumpensammlern zusammen, um das Müllvolumen zu verringern. “

Mustafa El Hamri zum Beispiel hat schon früher Müll gesammelt, um seinen Lebensunterhalt zu bestreiten. Heute tut er das mit “Bahri” und bringt Plastikflaschen und Kartons von Firmen zur Recycling-Anlage. “Wir wollen dieses Land sauber halten, wir wollen nicht überall in den Straßen Müll rumliegen sehen. Ich hoffe, dass die Leute beim Recycling mitmachen und bei der Mülltrennung. Das ist für jeden von Vorteil.”

Das städtische und kommunale Müll-Recycling steckt noch in den Kinderschuhen. Bis 2020 will Marokko aber eine Recycling-Quote von zwanzig Prozent des Hausmülls erreicht haben.

Zero Zbel, in etwa Null Müll, ist eine andere Privatinitiative: Mamoun Ghallab und seine Mitstreiter appellieren via Youtube und Facebook an ihre Altergenossen, Müll zu vermeiden und jeder für sich zum Umweltschutz beizutragen. “Marokko steht vor vielen Herausforderungen beim Umwelschutz und für uns ist es das Schlüsselelement, erst einmal die Einstellung bei den Menschen zu ändern”, sagt Mamoun. “Die Grundidee ist, Inhalte zu vermitteln, die jedem zugänglich sind, und der Jugend eine Stimme zu geben.”

Die UN-Klimakonferenz gibt dem Gastgeberland Marokko weiteren Antrieb in Sachen Umweltschutz. Auch hier sollen die Bürger eingebunden und ihre Erfahrungen aus der Praxis aufgenommen werden. Für die Initiativen der Zivilgesellschaft ist im Veranstaltungsteam eigens eine Abteilung zuständig. Deren Leiter Driss El-Yazami ist überzeugt: “Bei der COP22 können die Vereine und Gebietskörperschaften ihre Vorschläge machen, ihre Projekte und Vorhaben vorstellen. Sie können mit Regierungsvertretern verhandeln und versuchen, die Entscheidungen bei der Klimakonferenz zu beeinflussen. In einem Land wie Marokko, oder in Afrika zum Beispiel, wo mehr als die Hälfte der Bevölkerung unter 25 ist, muss man die Jugend miteinbeziehen. Wenn sie sich nicht einbringt, wird diese Erde immer schlechter bewohnbar sein.”

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