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Zweieinhalb Jahre Straflager und Folter für Anti-Putin-Demonstranten

In Moskau haben am Dienstag etwa 20 Personen vor der Gefängnisverwaltung demonstriert. Sie protestierten gegen die Haftbedingungen des Oppositionsaktivisten Ildar Dadin.

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Zweieinhalb Jahre Straflager und Folter für Anti-Putin-Demonstranten

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In Moskau haben am Dienstag etwa 20 Personen vor der Gefängnisverwaltung demonstriert. Sie protestierten gegen die Haftbedingungen des Oppositionsaktivisten Ildar Dadin. Dadin hatte eine Reihe nichtgenehmigter Ein-Mann-Protestaktionen veranstaltet. Er ist der erste Oppositionelle, der nach dem 2014 verschärften Demonstrationsrecht wegen “wiederholter Regelverletzung zur Organisation von Demonstrationen” verurteilt worden ist.

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"Er hatte ein Transparent und nun sitzt er deswegen zweieinhalb Jahre im Knast"

Sergej Ozhich Oppositionsaktivist

“Er hatte ein Transparent und nun sitzt er deswegen zweieinhalb Jahre im Knast. Zweieinhalb Jahre! Nur weil er mit einem Transparent auf der Straße war. Jetzt ist er nicht nur im Gefängnis, er wird dort auch noch gefoltert! Wie können wir das zulassen? Wie kann eine freie zivilisierte Person das zulassen? Ich verstehe das nicht! Deswegen sind wir hier!” bekräftigt Oppositionsaktivist Sergej Ozhich.

In einem Brief an seine Frau, den die in Lettland ansässige russischsprachige Internetseite Meduza am Dienstag veröffentlichte, spricht Dadin von “unerträglichen” Haftbedingungen.





Er erlebe “andauernd Schläge, Folter, Erniedrigungen und Beleidigungen”, schreibt der 34-Jährige an seine Frau. Das werde nicht nur ihm angetan, sondern auch anderen Gefangenen.

Im September wurde Dadin in die Strafkolonie IK-17 in der Region Petrosawodsk im Nordwesten Russlands verlegt.