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"Mosul Eye": Ein Tagebuch in Mossul


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"Mosul Eye": Ein Tagebuch in Mossul

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An kaum einem Konfliktherd der Welt dürften derzeit so viele Pressekameras vor Ort sein, wie rund um die nordirakische Stadt Mossul. Doch inmitten der Bilderflut klafft das schwarze Loch IS-Herrschaftszone: Über die Situation in der Stadt wird wenig berichtet, auch, weil es kaum direkte Quellen gibt. Aber es gibt sie.

Die IS-Miliz hat die Benutzung von Computern und Mobiltelefonen unter Todesandrohung verboten und SIM-Karten konfisziert. Internationale Medien sind nicht geduldet, die IS-nahe “Agentur” Amaq verbreitet statt dessen Jubel- und Durchhaltepropaganda.

Eine der wenigen Quellen, die fortlaufend und manchmal täglich Aufschluss über Ereignissen, Stimmungen in der Stadt gibt, ist der Blog Mosul Eye. Der oder die Autorin ist anonym, beschreibt sich selbst als “unabhängigen Historiker” und seit Beginn der IS-Herrschaft die Zustände in der einst multiethnischen Metropole.

Es herrsche eine gespenstische Stille, seit die IS-Leute mit Beginn der irakischen Offensive eine Ausgangssperre verhängten, schreibt der Autor in seinem Eintrag vom 1. November. Dank irakischer Mobilfunkunternehmen und Facebook gebe es aber die theoretische, wenn auch gefährliche Möglichkeit, zu kommunizieren, heißt im letzten Oktober-Eintrag.

Mosul-Eye ist kein Nachrichtenportal, sondern das Tagebuch und ein Blick in die Seele eines weltlich orientierten Zeitzeugen in Mossul. Am 2. November träumt der Autor von Musik und einem Opernhaus – Dinge, die unter den Dschihadisten nicht möglich sind.

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