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Börsen zittern weiter vor 'Trumpzession'


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Börsen zittern weiter vor 'Trumpzession'

Wer wird der nächste US-Präsident, ist die große Frage auch an den Börsen. Die Akteure sind verunsichert: Und weil Börsianer Unsicherheit nicht mögen, treten sie in den Käuferstreik – mit wenigen Ausnahmen.

“Donald Trump scheint im Kampf um das Oval Office aufzuholen”, so Analyst Christian Henke vom Brokerhaus IG Markets, Düsseldorf. Der für die Republikaner antretende Milliardär gilt wegen seiner Unberechenbarkeit als Börsenschreck, seine Kontrahentin Hillary Clinton dagegen als Garantin für Kontinuität.

Wall Street öffente kaum verändert (Dow Jones + 0,21%, Nasdaq – 0,09%). Nach vier Verlusttagen in Folge verlor der Dax weiter leicht (-0,24 ), der EuroStoxx50 gewann hauchdünn (0,03). (Im Index belegten Finanzwerte neun der ersten zehn Plätze auf der Gewinnerliste. Der europäische Branchen-Index gewann 1,6 Prozent. “Der Sektor zeigt erste Anzeichen einer Trendwende”, sagte Aktienstratege Christian Stocker Unicredit, München. Der Nikkei sank um 1,76 Prozent.

Der Euro verbilligte sich um etwa einen Drittel US-Cent auf 1,1060 Dollar – auch eine Folge der jüngsten Aussagen der US-Notenbank. Kurz vor der Wahl am 8. November hielt die Fed zwar die Füße still, signalisierte aber Bereitschaft, die geldpolitischen Zügel bald anzuziehen.

“Eine Zinserhöhung im Dezember erscheint zwar immer noch als wahrscheinlichste Variante, eine Verschiebung können wir aber nicht ausschließen, sollte die US-Wirtschaft in eine ‘Trumpzession’ rutschen”, meinte Anlagestratege Michael Hewson vom Brokerhaus CMC Markets, Croydon, Großbritannien.

Einer Umfrage des Vermögensverwalters NN Investment Partners, Den Haag, Niederlande, zufolge erwarten 84 Prozent der Profi-Anleger bei einem Wahlsieg Trumps einen negativen Effekt auf die weltgrößte Volkswirtschaft. 45 Prozent sagten sogar einen “ungeheuer negativen” Effekt voraus, von einem positiven Effekt waren 6 Prozent überzeugt.

su mit dpa, Reuters