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Flüchtlingsbabies riskieren Staatenlosigkeit

Ein Paar aus Syrien oder anderswo ist auf der Flucht.

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Flüchtlingsbabies riskieren Staatenlosigkeit

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Ein Paar aus Syrien oder anderswo ist auf der Flucht.

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"In Syrien hätte ich ihr keine Zukunft bieten können. Ich bin wie jede andere Mutter auch, ich hoffe, meinem Kind wird es an Nichts fehlen."

Hala Baroud Mutter
Unter großen Anstrengungen gelangt es nach Europa, wo die Frau im Flüchtlingslager ein Kind zur Welt bringt… In Griechenland gibt es Hunderte solcher Fälle.
Für viele Flüchtlingsbabys stellt sich die Frage der Staatszugehörigkeit.
Sind sie automatisch griechisch?
Wir werfen einen Blick in das Gesetzbuch.

“Ein Kind ausländischer Eltern kann Grieche werden, wenn es in der ersten Klasse einer griechischen Grundschule eingeschrieben ist und weiter zur Schule geht, solange der Antrag bearbeitet wird.” (Gesetz 4332/2015, Artikel 1)

Das Gesetz sieht jedoch vor, dass die Eltern mindestens fünf Jahre vor der Geburt rechtmäßig in Griechenland gelebt haben müssen.
Ist das nicht der Fall, muss die Familie länger warten:
Das Kind erhält dann die Staatsbürgerschaft, sobald die Eltern zehn Jahre durchgehend und rechtmäßig im Land leben.

Im Flüchtlingslager Ritsona, 70 km nördlich von Athen, hoffen etwa 570 Menschen in großer Armut auf eine bessere Zukunft. Hunderte Frauen unter den 60.000 Migranten waren bereits schwanger, als sie mit einem Schlepperboot nach Griechenland kamen.
Wie Hanan Halawa.
“Hier ist das Leben hart, aber das war es auch in Syrien. Ich bin vor dem Krieg geflohen, um in Sicherheit zu leben. Als ich schwanger wurde, rannte ich weg,” sagt sie.

Hala Baroud war im vierten Monat schwanger, als sie von der Türkei nach Lesbos floh. Auch ihr Ehemann und der fünfjährige Sohn waren bei ihr. Für ihre Tochter, die in Griechenland zur Welt kam, wünscht sie sich ein leichteres Leben.
In Syrien hätte sie ihr keine Zukunft bieten können. Wenn ihre Tochter erst mal älter sei und studiere, werde hoffentlich alles gut. Sie sei wie jede andere Mutter auch, meint Baroud, sie hoffe, ihrem Kind werde es im Leben an Nichts fehlen.

Etliche syrische Flüchtlinge könnten staatenlos enden.
Einige kämpfen an zwei Fronten gleichzeitig: Einerseits müssen sie ihre Neugeborenen registrieren lassen. Andererseits hoffen sie, dass ihnen in Griechenland Asyl gewährt wird – eine komplizierte Prozedur. Die Weiterreise in ein anderes europäisches Land wird fast unmöglich.