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Gérard Houlliers Erfolgsrezept


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Gérard Houlliers Erfolgsrezept

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Willkommen zu “The Corner”. In unserer Spezialausgabe treffen wir heute den früheren Liverpool-Coach und Ex-Nationaltrainer Frankreichs Gérard Houllier. Kürzlich hat er sich in den Ruhestand verabschiedet.

Gérard Houllier blickt nicht zurück: “Ich möchte Ihnen zunächst einmal versichern, dass ich nicht aufwache und über die Vergangenheit nachdenke. Manchmal wache ich nachts auf und sinniere über die Zukunft. Meiner Meinung nach ist Nostalgie eine Krankheit, die dich befällt, wenn du mit der Gegenwart nicht zufrieden bist. Ich bin da positiver eingestellt und ich denke nicht über die Vergangenheit nach. Wenn Leute dich darauf ansprechen oder man zurückblickt, natürlich ist man dann glücklich über das, was man erreicht hat. Man schätzt sich glücklich, dass man so gute Spieler hatte, denn für gute Ergebnisse sind gute Spieler verantwortlich. Ich hatte die Möglichkeit, mit Spielern zusammenzuarbeiten, die die besten Pokale in ihren Ländern gewonnen haben, wie Michael Owen, der den Ballon d’Or geholt hat.”

Houllier gewann mit Liverpool fünf Trophäen in nur einer Saison – zwischen 2000 und 2001.


Der Franzose weiß, was es bedeutet, ein erfolgreicher Trainer zu sein. Dazu sagt er: “Wenn die Definition eines erfolgreichen Trainers ist, dass er Teams zum Erfolg führt, also Pokale und Meisterschaften holt, dann würde ich mich als solcher betrachten. Ich habe das Privileg, Teil dieser Gruppe zu sein. Ein erfolgreicher Trainer bringt gute Ergebnisse und hat manchmal das Glück, auch einen Pokal zu gewinnen. Der moderne erfolgreiche Trainer muss drei Kriterien erfüllen. Erstens muss er jede Menge Erfahrung mitbringen, besonders jetzt mit dem Videosystem und allem. Da weiß jeder viel über Fußball. Er muss also ein Experte sein.

Zweitens muss er ein großartiger Techniker sein, mit menschlichen und psychologischen Qualitäten. Eine gute Kommunikation ist ebenfalls wichtig, aber der psychologische Aspekt ist besonders entscheidend, denn manchmal müssen sie das Selbstvertrauen der Spieler wieder auf Vordermann bringen. Sie müssen Krisen überstehen, ohne Schaden davon zu nehmen und drittens müssen sie ein scharfsinniger Stratege sein. Sie müssen einen Plan haben, eine Vision und wissen, wie sie dahin kommen.

Ein erfolgreicher Trainer ist auch jemand, der seine ganze Karriere lang auf einem Toplevel arbeitet. Natürlich gibt es Auf und Abs. Es gibt auch schwierige Zeiten, aber echte Talente kommen immer wieder auf die Beine. Ein perfektes Beispiel ist natürlich Alex Ferguson. Er war 20 bis 25 Jahre lang immer erfolgreich.”

Houlliers Karriere war nicht immer ein Zuckerschlecken. Der Franzose musste auch große Niederlagen einstecken, wie die verpasste Qualifikation der Franzosen für die WM 1994. Auch wenn das schon lange her ist, hat er diese Niederlage noch nicht überwunden. “Es gibt in einer Karriere zwei oder drei Wendepunkte, die einem wieder auf die Beine helfen können. Man analysiert die Gründe für sein Scheitern und man kommt zurück und sagt sich, dass nächste Mal werde ich die Chance nicht verstreichen lassen. Aber ich werde ihnen jetzt nicht mehr dazu sagen. Das behalte ich für mich, denn ich will nicht auf einer schlechten Phase herumreiten, das verdirbt einem nur die Stimmung. Aber da gibt es ein oder zwei Niederlagen und natürlich gehört da auch die verpasste Qualifikation für die Weltmeisterschaften dazu. Aber so was passiert eben.”


The Corner meldet sich wie immer kommenden Montag zurück, mit den wichtigsten Infos aus der Fußballwelt.

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