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Hillary-Hausse an den Aktienmärkten

Hillary-Hausse an den Aktienmärkten, auch Dollar und mexikanischer Peso legten zu.

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Hillary-Hausse an den Aktienmärkten

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Hillary-Hausse an den Aktienmärkten, auch Dollar und mexikanischer Peso legten zu. Anleger reagierten erleichtert darauf, dass die US-Bundespolizei FBI weniger Stunden vor der Präsidentenwahl nach weiteren Ermittlungen in Hillary Clintons E-Mail-Affäre keine Anhaltspunkte für eine Anklage fand.

“Wenn sie nicht noch für einen anderen unerwarteten Skandal sorgt, wird sie wahrscheinlich das Rennen machen”, sagte Anlagestratege Norihiro Fujito vom Handelshaus Mitsubishi UFJ Morgan Stanley Securities in Tokio. Bei der Wahl an diesem Dienstag gilt Clinton an der Börse als Kandidatin des Status quo, ihr Rivale Donald Trump wegen seiner Unberechenbarkeit als Investorenschreck.

EuroStoxx 50 und Dax kletterten zu Beginn der Wahlwoche um 1,6 Prozent.

Die Terminkontrakte auf den Wall-Street-Index S&P-500 notierten (zu Beginn der neuen Handelswoche 1,2 Prozent) im Plus. Der Index hatte zuletzt so viele Tage hintereinander nachgegeben wie seit mehr als 35 Jahren nicht mehr. Anlass war die Bekanntgabe weiterer FBI-Untersuchungen zu Clinton-E-Mails am 28. Oktober.

An der Tokioter Börse ging der Nikkei der 225 führenden Werte mit einem Plus von 1,6 Prozent (bei 17.177 Punkten) aus dem Handel. Der MSCI-Index für die Region Asien/Pazifik unter Ausschluss Japans kletterte 0,9 Prozent. In Shanghai präsentierte sich der Leitindex leicht fester, das Barometer für die wichtigsten Aktien aus Shanghai und Shenzhen schloss leicht im Plus. Die Börse in Taiwan beendete den Handel mit einem Plus von 1,34 Prozent.

Es bleibt spannend, meint Jochen Stanzl, Marktbeobachter von CMC Markets in Frankfurt: Spätestens seit der Brexit-Abstimmung im Juni wüssten die Anleger, dass viele Umfragen nicht das Papier wert sind, auf dem sie veröffentlicht werden.

Im fernöstlichen Devisenhandel trieb die FBI-Mitteilung den Dollar nach oben. Zum Yen legte er 1,1 Prozent zu auf 104,41 Yen. Der Euro verlor 0,5 Prozent auf 1,1075 Dollar. Der mexikanische Peso schoss zum Dollar um zwei Prozent in die Höhe. Die Währung hat sich zu einer Barometer dafür entwickelt, welche Siegchancen die Märkte Trump geben. Dessen Politikvorschläge gelten für Mexiko als sehr nachteilig.

su mit Reuters, dpa

WELCHE AUSWIRKUNGEN DIE WAHL HABEN KÖNNTE

WENN TRUMP GEWINNT
Sollte Trump als Sieger vom Platz gehen, droht den Anlegern – wie
beim Brexit-Votum – zunächst einmal ein böses Erwachen in Form
deutlich fallender Aktienkurse. Der Republikaner sei ein
«Börsenschreck», sagt Marktanalyst Jochen Stanzl vom Handelshaus CMC
Markets, Frankfurt. Diesen Ruf verdankt Trump nicht nur seinen Verbalattacken,
sondern auch seinen außenwirtschaftlichen Vorstellungen. So streitet
der 70-Jährige für eine Einschränkung des freien Warenverkehrs sowie
für eine Abschottung durch Grenzzäune. Das wäre langfristig Gift für
die international aufgestellten US-Konzerne und deren Aktien – falls
ein Präsident Trump seinen Willen im Kongress durchsetzt.
Allerdings will der Unternehmer mit kurzfristigen Konjunkturmaßnahmen
und massiven Steuersenkungen die Wirtschaft ankurbeln. Über solche
Pläne freuen sich Anleger normalerweise. Nach einem ersten Schreck
könnte das den Märkten durchaus einen Schub nach oben geben, meinen
die Analysten der Anlagegesellschaft Axa Investment Managers.

WENN HILLARY CLINTON GEWINNT
Sollte Hillary Clinton am Ende die Nase vorn haben, dürfte sich am
Aktienmarkt zunächst Erleichterung breit machen. Denn ihr Sieg würde
für die Finanzmärkte «mehr vom Gleichen» bedeuten – kein
Nervenkitzel, dafür ein hohes Maß an Vorhersehbarkeit, erklärt
Christophe Bernard, Chefstratege der Privatbank Vontobel.
Vor allem Schwellenländer-Aktien dürften deshalb bei einem Sieg
Clintons weiter an Attraktivität gewinnen, da die Gefahr einer
weitreichenden Einschränkung des Welthandels gebannt wäre, schreibt
Chefvolkswirt Thomas Gitzel von der VP Bank. Viele aufstrebende
Volkswirtschaften Asiens und Lateinamerikas hängen am Tropf der
Weltwirtschaft.

DOLLAR UND EURO: Der Dollar bekam am Montag Auftrieb, der Euro war im
Gegenzug unter Druck. Das steht im Einklang mit der Einschätzung der
meisten Experten, dass ein Clinton-Sieg den Greenback stärken dürfte,
während ein Erfolg Trumps ihn unter Druck brächte, weil Anleger dann
Geld aus den USA abziehen würden. Hinzu kommt, dass die Unsicherheit
beim Trump-Szenario eine baldige Zinsanhebung durch die US-Notenbank
Fed unwahrscheinlicher machen dürfte. Allerdings gibt es unter
Experten auch eine andere Sicht der Dinge: David Kohl, Ökonom beim
Bankhaus Julius Bär, rechnet beim Trump-Szenario mit einem steigenden
Dollar. Es möge paradox klingen, aber: «Der Dollar gilt an den
Finanzmärkten als sicherer Hafen und profitiert von wachsender
Unsicherheit, selbst dann, wenn sie aus den USA kommt.»

ENERGIE: Die Reaktionen auf das Wahlergebnis dürften am Ölmarkt
weniger stark ausfallen als etwa bei den Devisen. Die höhere
Risikofreude nach einem Clinton-Sieg könnte für Auftrieb sorgen. Am
Montag legte der Ölpreis jedenfalls zu. Doch auch ein anderer Effekt
wäre möglich: Wenn der Dollar wegen eines Clinton-Siegs deutlich
zulegen würde, dann wird dadurch das meist in Dollar gehandelte Öl
für Anleger aus anderen Währungsräumen teurer – die Nachfrage könnte
gedämpft werden, die Preise könnten sinken. Wenige Risiken, dafür
aber großes Potenzial sehen Analysten der US-Investmentbank Morgan
Stanley bei Versorgern sowie im Bereich der erneuerbaren Energien.
Unter Trump, der sich unterstützend zu fossilen Energieträgern
geäußert habe, dürfte das aktuelle Investitionsniveau in die
Versorger-Infrastruktur weitgehend gehalten werden. Zudem würde es
vermutlich weniger strikte Auflagen für Kohlekraftwerke geben.

ROHSTOFFE UND BERGBAU: Hier könnten nach Einschätzung der Citigroup
kurzfristig vor allem die Aktien von Goldproduzenten einen Blick wert
sein. Sie würden wohl von einem Trump-Sieg profitieren, bis sich der
Staub an den Finanzmärkten gelegt habe. Für den Goldpreis könnte es
den Experten zufolge dann kurzfristig bis auf 1400 US-Dollar je
Feinunze nach oben gehen. Gold gilt seit jeher als «sicherer Hafen»
in unsicheren Zeiten.

BAU UND INFRASTRUKTUR: Sollten die Kandidaten ihre angekündigten
Konjunkturprogramme umsetzen, würde angesichts der teils maroden
Infrastruktur der USA viel Geld fließen, sagt Portfoliomanager Lothar
Koch von der GSAM + Spee Asset Management. Davon würden nicht nur die
direkt betroffenen Branchen profitieren, sondern die Wirtschaft und
der Markt allgemein.

FINANZBRANCHE: Für die Finanzbranche ist nach Einschätzung von Morgan
Stanley weniger der nächste Präsident entscheidend, sondern die
Mehrheit im Senat. Zwar hätten beide Kandidaten harte Worte bei
Finanzsektor-Themen gefunden – um die striktesten Vorschläge
durchzusetzen, müsste eine der beiden Parteien aber wohl das Rennen
ums Weiße Haus sowie um den Senat für sich entscheiden. Das erscheine
aber unwahrscheinlich. Die Möglichkeit einer strengeren Regulierung
oder die Entwicklung der Steuern würde aber grundsätzlich gewisse
Risiken bergen. In allen Szenarien dürften indes kleinere Banken
sowie Sach- und Unfallversicherer zu den relativen Gewinnern zählen.

RÜSTUNG: Bei einem Trump-Sieg könnten gerade Rüstungsaktien unter
Druck geraten, glaubt Experte Frank Wieser von PMP
Vermögensmanagement. Schließlich habe der Republikaner erklärt, die
Nato nicht mehr im bisherigen Ausmaß unterstützen zu wollen.
Tatsächlich will Trump die Außenpolitik ausschließlich an
US-Interessen ausrichten. Das militärische Engagement will er
begrenzen, aber gleichzeitig den Kampf gegen den Terrorismus
verstärken. Die Nato bezeichnete er als überholt. (dpa)