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Israelisches Gericht verurteilt minderjährigen Palästinenser zu 12 Jahren Haft

Der heute 14-Jährige hat demnach im Oktober 2015 zwei israelische Jugendliche mit einem Messer verletzt. Der Vorfall ereignete sich in einer jüdischen Siedlung nördlich von Jerusalem.

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Ein israelisches Gericht hat einen minderjährigen Palästinenser zu 12 Jahren Haft verurteilt. Die Richter in Jerusalem sahen es als erwiesen an, dass der heute 14-Jährige im vergangenen Jahr zwei Israelis mit einem Messer angegriffen und verletzt hat.

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"Der Gedanke, dass Palästinenser vor israelischen Gerichten Gerechtigkeit finden können, dürfte heute zu Grabe getragen worden sein"

Leah Tsemel Anwältin des Verurteilten

Die Anwältin des Verurteilten kritisierte das Urteil am Montag als unverhältnismäßig: “Im Prozess war immer wieder von einem ungefährlichen Jungen die Rede und doch ist das Gericht den Forderungen der Staatsanwaltschaft nachgekommen und hat ihn verurteilt, in einem geradezu undenkbaren und unmöglichen Strafmaß. Der Gedanke, dass Palästinenser vor israelischen Gerichten Gerechtigkeit finden können, dürfte heute zu Grabe getragen worden sein. Ich hoffe, dass es nicht so ist”, so Leah Tsemel.

“Das Gericht ist der Argumentation gefolgt, dass die Taten des Angeklagten durchaus zum Tod einer Person hätten führen können”, so der zuständige Staatsanwalt Yuval Kedar. “Es ging kein Weg an einer langjährigen Freiheitsstrafe vorbei, zumal der Angeklagte an einem terroristischen Angriff auf Unschuldige beteiligt war.” Das Urteil sei ungeachtet der Identität der israelischen Opfer gefällt worden.

Der Vorfall hatte sich im Oktober 2015 in einer jüdischen Siedlung nördlich von Jerusalem ereignet. Zur Tatzeit hatte sich der nun Verurteile in Begleitung seines ebenfalls minderjährigen Cousins befunden. Dieser war von Einsatzkräften der israelischen Polizei erschossen worden.