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Die nervenaufreibende Nacht im Schnelldurchlauf


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Die nervenaufreibende Nacht im Schnelldurchlauf

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Es ist eine lange Nacht, die den Amerikanern nach dem harten Wahlkampf und Warteschlangen vor den Wahllokalen bevorsteht. Die Anspannung angesichts dieser höchst umstrittenen Abstimmung spiegelt sich auf den Gesichtern der Menschen wider.

In New York, wo sich die Parteisitze beider Kandidaten befinden, zieht eine Gruppe mexikanischer Mariachis demonstrativ vor dem Trump Tower entlang. Sie wollen damit gegen Trumps fremdenfeindliche Parolen protestieren. Zu diesem Zeitpunkt scheint noch jeder Wahlausgang möglich. Mariachi-Musikerin Mariela Navaroo sagt, “wir wollen Spaß haben, denn die letzten Monate waren sehr anstrengend. Jetzt wollen wir ein bisschen Dampf ablassen, während die Wahl endlich zu Ende geht.”

Von Mariachis in New York zu US-Amerikanern in Mexiko. Unter den Einwanderern, fast alle Anhänger von Hillary Clinton, macht sich Nervosität breit. Julie Guliano verfolgt den Wahlabend in einer Bar in Mexikostadt, sie meint, “wir sind genau so nervös wie die Menschen in den USA und wollen, dass der Wahlkampf endlich ein Ende nimmt und SIE gewinnt.”

… doch dann gewinnt ER – Donald Trump – mehr und mehr Swing States. Nach Florida und Ohio bricht das Lager der Republikaner im New Yorker Parteisitz in Euphorie aus.

Ein anderes Bild zeigt sich in der Londoner US-Botschaft. Hier fühlen sich die Menschen an den Brexit erinnert, der vielen noch in den Knochen sitzt. Auch vor dem Referendum im Juni hielt man laut Umfragen einen Austritt aus der EU noch für unwahrscheinlich. Doch der Texaner Josh Pearson wundert sich gar nicht über die jüngsten Entwicklungen. Er erklärt, “alle meine britischen Freunde meinten damals, ein Brexit sei unmöglich. Ich als Ausländer hatte aber eine Vorahnung, dass es passieren würde. Denn es geht hier um ein tiefer gehendes Gefühl der Entwurzelung. Es gibt einige Menschen, die sich machtlos und entrechtet fühlen, während ihr Land und ihre Welt ihnen entgleiten. Das wollen sie nicht zulassen, und genau das zeigt sich gerade in den USA.”

Als es knapp wird in Philadelphia, das die Anhänger Clintons vorab als Demokraten-Hochburg wähnten, rechnen viele in der Sheraton Hotelbar langsam mit dem Schlimmsten.
Die Demokratin Christina Simeone räumt ein, “es wird knapper, als wir angenommen haben. Aber es gibt noch eine Reihe US-Staaten, auf die Clinton hoffen kann und in denen das Ergebnis noch nicht feststeht. Deswegen erwarte ich, dass das Ergebnis sich noch ändert. Aber ich bin wirklich etwas besorgt.”

Eine Besorgnis, die um zwei Uhr morgens in New York langsam zur Gewissheit wird. Clintons Wahlkampf-Chef schickt die Menschen nach Hause, die vergeblich auf eine Stellungnahme der Präsidentschaftskandidatin hoffen.

Lange Gesichter, viele können ihren Frust und Müdigkeit kaum verbergen. Es war tatsächlich eine lange, aufreibende Nacht für viele US-Amerikaner. Offenbar spielen einige mit dem Gedanken, nach Kanada auszuwandern…

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