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Erster Weltkrieg: Erinnerungen an die Felder in Flandern


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Erster Weltkrieg: Erinnerungen an die Felder in Flandern

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Mehr als acht Millionen Soldaten waren ihm zum Opfer gefallen: Am 11. November 1918 war der Erste Weltkrieg nach vier langen Jahren endlich vorüber. In Paris wurde der Waffenstillstand von Compiègne bejubelt. In den USA feierte man die heimgekehrten Soldaten. Die Siegstaaten machten den 11. November zum Feiertag. Noch heute hat dieses Datum unter anderem in Großbritannien eine große Bedeutung.

Vor zwei Jahren gedachten Vertreter der Königsfamilie der über 900.000 gefallenen Soldaten des Commonwealth. In Großbritannien ist die Mohnblume, englisch “poppy”, zum Symbol der Erinnerung an die Gefallenen geworden. Der Brauch geht auf das Gedicht eines Soldaten zurück, der 1915 über die rot blühenden Blumen in den Feldern bei Ypern in Flandern schrieb. Die Gegend in Westbelgien war Schauplatz einiger der tödlichsten Schlachten des Krieges. Die roten poppies stehen für das Blutbad, aber auch für den Neuanfang, denn der Klatschmohn begann in den verwüsteten Feldern bald wieder zu blühen.

Zehntausende Soldaten aus dem Commonwealth wurden nach den Schlachten um Ypern vermisst, sie konnten nicht beerdigt werden. Ihre Namen sind unter anderem in der Gedenkstätte Menenpoort in Ypern verewigt. Der Australier Stephen Vassee sucht dort nach Spuren eines Angehörigen. Er zeigt auf einen Namen: Lieutenant HJ Rex. “Das ist der Großonkel meiner Frau”, so Vassee. “Er wurde in der Schlacht im Polygon-Wald am 7. Oktober 1917 getötet.”

Der Erste Weltkrieg hat nicht nur in zahlreichen Familien Spuren hinterlassen, die geopolitischen Auswirkungen sind noch bis heute zu spüren, so die Historikerin Margaret MacMillan aus Oxford: “Der Erste Weltkrieg ist fast hundert Jahre her, aber er prägt unsere Welt noch immer. Ohne diesen Krieg wären Österreich-Ungarn und das Osmanische Reich wohl nicht untergegangen. Man kann auch mit fast absoluter Sicherheit davon ausgehen, dass die Bolschewiken 1917 in Russland nicht die Macht übernommen hätten. Die Folgen daraus haben das ganze 20. Jahrhundert geprägt. Und der Erste Weltkrieg hat die Umstände geschaffen, die den Zweiten Weltkrieg möglich gemacht haben.”

Insgesamt starben durch den Ersten Weltkrieg etwa 17 Millionen Menschen. Fast alle Staaten Europas und weltweit viele Verbündete waren involviert. Der letzte Veteran starb 2011.

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