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Neue Berichte über Giftgaseinsätze in Syrien


Syrien

Neue Berichte über Giftgaseinsätze in Syrien

Neue Mutmaßungen um den Einsatz von Chemiewaffen in Syrien: Experten des russischen Verteidigungsministeriums haben nach eigenen Angaben in einem bis vor kurzem von Aufständischen kontrollierten Stadtteil im Südwesten von Aleppo verdächtige Geschosse sichergestellt. Der Fund vom Donnerstag belege, dass die Rebellen Chemiewaffen gegen Zivilisten und Syriens Armee eingesetzt hätten. Einer der russischen Experten sagte, eine Schnellananlyse habe ergeben, dass die Geschosse Chlor und weißen Phosphor enthielten. Die Substanzen sollten jetzt gemeinsam mit der internationalen Organisation für das Verbot chemischer Waffen (OPCW) untersucht werden. Das Oppositionsbündnis Syrische Nationale Koalition wies die Anschuldigungen zurück. In einer Erklärung behauptete die Koalition, solche Munition werde “ausschließlich” von syrischen Regierungstruppen und deren iranischen Verbündeten verwendet.

Die OPCW in Den Haag erklärte wiederum, die syrische Armee und die Terrormiliz IS in Syrien hätten verbotene toxische Kampfstoffe eingesetzt. Die Vereinten Nationen hatten zuletzt mehrere mutmaßliche Giftgaseinsätze der vergangenen Jahre in Syrien zusammen mit der OPCW untersucht. In einem Bericht vom August kamen sie zu dem Schluss, dass die syrische Armee in zwei Fällen Chlorgas eingesetzt habe. In einem Fall habe die IS-Terrormiliz Senfgas nahe Aleppo eingesetzt.

Auch die Kämpfe um den belagerten Ostteil von Aleppo bleiben unübersichtlich. Die syrische Armee veröffentlichte am Freitag Aufnahmen, die von der Helmkamera eines Kämpfers der Al-Kaida-nahen Organisation Fatah al-Sham Front stammen sollen. Die Aufnahmen belegten, dass sich die Dschihadisten irrtümlich gegenseitig beschossen hätten.