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Wie schnell schafft Trump den Ausstieg aus dem Pariser Klimaschutzabkommen?


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Wie schnell schafft Trump den Ausstieg aus dem Pariser Klimaschutzabkommen?

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Wie manifestiert sich der Klimawandel in Europa? Und wie werden China und Indien beim Klimaschutz weitermachen, falls die USA mit ihrem neu gewählten Präsidenten aus dem Pariser Klimaschutzabkommen aussteigen? Fragen an den britischen Klimaexperten und Politikberater Nick Mabey von der Non-Profit-Organisation E3G.*

Sophie Claudet, Insiders:
“Der Klimawandel findet nicht nur in fernen Ländern statt, sondern auch hier in Europa. Wie zeigt er sich hier?”

Nick Mabey:
“Es gibt vier Hauptformen, die uns treffen: Erstens mehr Überschwemmungen in Nordeuropa, wie die der Donau vor einigen Jahren. Überall Wetterextreme, wie die Stürme, die vergangenes Jahr über Genua und Südfrankreich hinwegzogen. Aber das Schlimmste sind wohl die zunehmenden Dürren in Südeuropa. Der Mittelmeerraum erwärmt sich doppelt so schnell wie der Rest der Welt, und dies trifft sowohl Südeuropa als auch die Länder auf der anderen Seite des Mittelmeers. Das bringt Instabilität, soziale Spannungen und Migration mit sich.”

Sophie Claudet, Insiders:
“Tun wir in der EU genug, um die Erderwärmung zu mildern?”

Nick Mabey:
“Die EU tut eine Menge. Wir sind bei der Energieeffizienz, der Nutzung erneuerbarer Energien und sauberer Autos weltweit vorn. Aber leider treibt uns die Klimaforschung dazu, unsere Ziele immer weiter hochzusetzen, und um wirklich sicher zu bleiben, müssen wir mehr tun. Europa muss, wenn es die Pariser Ziele einhalten will, seine Vorgaben für 2020 und 2030 erhöhen. Die gute Nachricht ist: Wenn wir das tun, sparen wir Geld, denn die Kosten für die Reduzierung von Emissionen sind radikal gesunken.”

Sophie Claudet, Insiders:
“Warum hängen wir in Europa immer noch so an der Kohle?”

Nick Mabey:
“Das echte Problem mit der Kohle in Europa liegt in Polen und Deutschland. Die Kohlekraftwerke sind unwirtschaftlich, aber sie sichern Arbeitsplätze und politischen Rückhalt für die Parteien. Europa muss einen Weg finden, wie wir für die Arbeitnehmer, die von der Kohle und den Kohlekraftwerken abhängen, eine neue Zukunft schaffen. Da sind die Gewerkschaften gefragt, und viele Organisationen für nachhaltige Entwicklung wie auch meine eigene arbeiten daran.”

Sophie Claudet, Insiders:
“Die USA sind einer der größten CO2-Verursacher. Donald Trump, der nun gewählt wurde, will aus dem Pariser Klimaschutzabkommen aussteigen. Wenn er das durchsetzt: Welches Signal wird dies für China und Indien sein, die anderen großen CO2-Verursacher?”

Nick Mabey:
“Ich denke mal, Trump wird versuchen, aus dem Pariser Abkommen auszusteigen. Dafür wird er wegen der Struktur des Abkommens vier Jahre brauchen. Er kann aufs Tempo drücken, aber er wird dies nur schwer durch den Kongress bringen. Ich habe mit Chinesen gesprochen, mit Leuten in Indien, und ich habe den Eindruck, dass die Welt sich verändert hat, seit George W. Bush das Kyoto-Protokoll kündigte. China und Indien wissen, dass sie ein stabiles Klima brauchen, um ihre eigenen Entwicklungsziele zu erreichen und ihr Volk zu schützen. Und auch wenn der politische Schwung ausgebremst würde, werden diese Länder es in ihrem eigenen Interesse sehen, weiterzumachen. Die wahre Frage ist, ob Untätigkeit in den USA die Aktion weltweit ausbremst und wir beim Klima an kritische Punkte kommen, an denen sich die Dinge unumkehrbar verschlimmern.”

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