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Mossul-Offensive aus Rücksicht auf Zivilisten verlangsamt


Irak

Mossul-Offensive aus Rücksicht auf Zivilisten verlangsamt

Die irakische Armee und ihre Verbündeten haben nach eigenen Angaben weitere Geländegewinne im Umkreis der umkämpften Großstadt Mossul erzielt. Aus Rücksicht auf Zivilisten habe man aber das Tempo der Offensive gedrosselt, erklärten irakische Spezialeinheiten nach der Rückeroberung des Dorfes Bawiza nördlich von Mossul.

Verletzte Zivilisten in Mossul müssen zum Teil unter freiem Himmel notdürftig versorgt werden. Viele von ihnen sind offenbar Opfer von Selbstmordkommandos oder Rückzugsgefechten der IS-Miliz. Laut eines Sprechers der Sondereinheiten nutzen die Dschihadisten ein weitverzweigtes Tunnelsystem zur Durchführung von Überraschungsangriffen. Selbstmordattentäter würden teilweise mit gepanzerten Fahrzeugen vorgehen. Ein Bewohner von Mossul sagte in einem Feldlazerett: “Nach der Ankunft irakischer Soldaten konnten wir entkommen. Die Dschihadisten haben uns vorher beschossen. Mein Nachbar wurde tödlich getroffen, ein Mädchen am Bein verletzt.”

In der Stadt Hammam al-Alil südöstlich von Mossul sind nach der Vertreibung der IS-Miliz erste Hilfslieferungen für die notleidenden Bewohner eingetroffen. 150 Familien sollen von hier nach Mossul verschleppt worden sein. Auch die antike Ruinenstadt Nimrud rund 40 Kilometer südlich von Mossul hat die irakische Armee für befreit erklärt. Die IS-Miliz hatte dort im März vergangenen Jahres viele über 3000 Jahre alte Reliefs zerstört und damit weltweit für Entsetzen gesorgt. Nimrud ist eine der bedeutendsten assyrischen Ruinenstätten.

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