Eilmeldung

Sie lesen gerade:

IWF gibt Ägypten Milliarden-Finanzspritze


wirtschaft

IWF gibt Ägypten Milliarden-Finanzspritze

ALL VIEWS

Tap to find out

Lange hatte sich Ägyptens Präsident Sisi gewehrt, jetzt musste er die Bedingungen des internationalen Währungsfonds akzeptieren, um einen 12 Milliarden Dollar Kredit zu bekommen. Das IWF-Direktorium beschloss den Schritt, nachdem Kairo eine Reihe harter Sparmaßnahmen auf den Weg gebracht hatte. Die umgerechnet 11 Milliarden Euro sollen bei der Reform der angeschlagenen Wirtschaft Ägyptens helfen. 2,75 Milliarden Dollar würden sofort ausgezahlt, hieß es. Ägypten hatte vergangene Woche seine Währung drastisch abgewertet.

Zucker ist knapp, Getreide kaum erhältlich, Benzin ist deutlich teurer geworden, die Subventionen auf Lebensmitteln sind gekürzt oder gestrichen, das trieb die Preise für Güter des täglichen Bedarfs in die Höhe. Um die IWF Milliarden zu bekommen, akzeptiert Präsident Sisi harte Sparvorgaben – und unterdrückt die Proteste der Bürger. Nachdem Riad und die Golfstaaten wegen politischer Differenzen zu Syrien, Jemen und dem Iran ihre finanzielle Unterstützung des Regimes zurückgefahren haben, befahl Sisi die Einführung der Mehrwertsteuer und erhöhte die Stromtarife. Die bisher überbewertete Landeswährung gab er frei, der bisher fixe Wechselkurs des ägyptischen Pfund stürzte um die Hälfte ab. Das verteuert Importe und treibt die Inflation. Für die Bürger, von denen rund 40 Prozent pro Tag lediglich zwei Dollar zur Verfügung haben werden sich die Armutsprobleme verschärfen.

euronews Reporter Mohammed Shaik Ibrahim traf Richard Banks von Euromoney zum Interview.

euronews: Wenn man sich die ägyptische Wirtschaft anschaut, ist der IWF Kredit die letzte Chance für das Land?

Richard Banks. Ich denke, das IWF-Paket öffnet andere Töpfe, zusätzliche Finanzmittel. Dann gibt es einen verbindlichen Rahmen für den öffentlichen Haushalt – und ich denke, dass Regierung und Zentralbank die Frage der Währungsstabilität innerhalb von 3 bis 6 Monaten lösen können. Das ist wichtig; und es ist fast so wichtig wie die Art und Weise, wie internationale Investoren ihre Sicht auf Ägyptens ändern.

euronews: Glauben Sie, die ägyptische Wirtschaft kann die Auflagen des IWF erfüllen?

Richard Banks: Ägypten hat massive strukturelle Probleme, das ganze Subventionssystem erfüllt seine Aufgabe nicht. Es subventioniert Produkte, aber unterstützt nicht die Menschen. Sie müssen das Geld den Armen geben, die müssen überleben können, brauchen Bildung und Gesundheitsversorgung. Man stützt nicht Benzin oder Brotpreise, man hilft Menschen.

euronews: Könnte es Proteste in der ägyptischen Bevölkerung geben?

Richard Banks: Sie legen den Finger in die Wunde… wieviel können die Menschen ertragen? Das Problem ist, die Menschen sind daran gewöhnt, nicht die wirklichen Preise zu zahlen. Wofür sie in Ägypten ein Pfund zahlen, kostet nicht ein Pfund, in Wirklichkeit kostet es vielleicht das Doppelte. Man muss das System ändern, ich denke, das versteht jeder. Die Frage ist nur, wie macht man das ohne das die Leute hungern? Es geht also darum die Veränderung zu managen und sie haben recht, da ist ein Risiko, nämlich das es die nächste Revolution gibt. Aber sie können jeden Nachmittag eine Revolution haben – das löst aber nicht das Problem.

euronews: Danke für das Gespräch

ALL VIEWS

Tap to find out

Jede Geschichte kann aus vielen Perspektiven erzählt werden. euronews Journalisten berichten in ihren Sprachen, mit ihrer Sicht der Dinge.

Automatische Übersetzung

Nächster Artikel

wirtschaft

Exporte treiben Japans Wirtschaftswachstum