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Argentinien: Sonnenkollektoren aus Recyclingmüll


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Argentinien: Sonnenkollektoren aus Recyclingmüll

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*Sonnenkollektoren aus Plastikflaschen, so einfach lässt sich mit wenig Mitteln Abfall zu einer umweltfreundlichen Energiequelle umwandeln. Wir sind in Garín, 40 Kilometer nördlich von der argentinischen Hauptstadt Buenos Aires. Mit recycelten Solarmodulen versucht die Organisation Sumando Energias, Familien, die unter ärmsten Bedingungen leben, auf billige und nachhaltige Weise mit Warmwasser zu versorgen.*

Luis Alberto Quinona, der in Garín wohnt, sagt: “Dies ist eine sehr arme Gegend, manchmal haben wir weder Licht, noch Wasser. Das ist eine echte Hilfe für uns und unsere Kinder. Die recycelten Kollektoren sorgen für warmes Wasser auch ohne Strom.”

Für ein hausgemachtes Solarmodul braucht man: ausgediente Plastikflaschen, Aluminiumdosen und Getränkekartons. Wenn Sonne die Rohre des Sonnenkollektors erwärmt, fließt heißes Wasser in den Speicher.
Die Rohre werden Schwarz angemalt. um die Wärme der Sonne besser zu absorbieren. Auf diese Weise bleibt das Wasser die ganze Nacht über warm – ohne Strom oder Gas.

Julien Laurençon aus Frankreich hat seinen Bankjob aufgegeben, um für die Hilfsorganisation Sumando Energias zu arbeiten.

Julien Laurençon: “Nachhaltige Entwicklung und nachhaltige Energien sind meiner Ansicht nach ein wichtiger Trend, den wir unterstützen müssen. Wir verschwenden viel zu viel. Das betrifft nicht nur Entwicklungsländer, auch entwickelte Länder sollten diesem Trend folgen.Denn sie sind die größten Umweltverschmutzer.”

Jüngsten Erhebungen der argentinischen Statistikbehörde zufolge lebt ein Drittel der Argentinier in Armut. Fast 17 Prozent der Bevölkerung haben keinen Wasseranschluss.

3000 Familien pro Jahr mit Sonnenkollektoren versorgen

Projekte wie dieses können das Leben der Menschen nachhaltig verändern. Die Organisation Sumando Energia hat sich zum gesetzt, 3000 Familien pro Jahr mit selbst gebauten Sonnenkollektoren zu versorgen.

Pablo Castaño, Mitbegründer von Sumando Energias: “Argentinien hat ein enormes Potenzial für Sonnen- und Windenergie. Um Ihnen ein Beispiel zu geben: Wenn wir dieselben Infrastrukturen wie Deutschland hätten, das sich ungefähr auf demselben Breitengrad befindet, wie Buenos Aires oder Santa Cruz, im Norden des Landes, wo viel die Sonne scheint, könnten wir nicht nur Argentinien, sondern auch unsere Nachbarstaaten mit Energie versorgen.”

Das Prinzip der Wiederverwertung

Die NGO Sumando Energias basiert auf einem ständig wachsenden Netzwerk freiwilliger Helfer und bietet einen zweitätigen Workshop an, in dem man lernen kann, wie man seine eigenen Sonnenkollektoren baut. Wichtig ist die Miteinbeziehung der Menschen, der Familien vor Ort, damit sie dieses Wissen eigenständig nutzen und weiter vermitteln. Und das Prinzip der Wiederverwertung verinnerlichen.

Angel Guelari wohnt in Garín und freut sich über die Initiative. “Es gibt viele Sachen, die wir wegwerfen und die die Umwelt verschmutzen, dabei können wir sie wiederverwenden, zum Beispiel, für die Warmwasserversorgung. Recycling ist eine gute Sache. Vorher habe ich alles einfach weggeworfen. Der Abfall lag in Plastikbeuteln in der Gegend herum, weil niemand den Müll einsammelte.”

Bilanz: Für die rund 30 bislang konstruierten Warmwasseranlagen wurden gut 4000 Plastikflachen, über 2000 Dosen und 900 Getränkekartons wieder verwertet. Ein kleiner aber deutlich spürbarer Beitrag zu einer besseren Lebensqualität, der sich auch auf die Gesundheit der Menschen auswirkt.

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