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Großrazzia gegen Koran-Verteilaktion in zehn deutschen Bundesländern


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Großrazzia gegen Koran-Verteilaktion in zehn deutschen Bundesländern

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Mit einer Großrazzia sind deutsche Sicherheitsbehörden zeitgleich in zehn Bundesländern gegen Islamisten vorgegangen. Sie sollen hinter den umstrittenen Koran-Verteilaktionen in deutschen Städten stecken und Anhänger der radikal-salafistischen Vereinigung “Die wahre Religion” sein.

Der Verfassungsschutz wirft der Organisation vor, den bewaffneten Dschihad und Terroranschläge zu verherrlichen. Zudem habe die Vereinigung ein bundesweit einzigartiges Rekrutierungssystem für Dschihadisten aufgebaut. Schwerpunkte der Razzien waren Nordrhein-Westfalen, Hessen und Hamburg.

Der deutsche Innenminister hat den Verein und seine Verteilaktionen mit dem Aufruf “Lies!” jetzt verboten. Eine systematische Beeinträchtigung deutscher Grundwerte sei mit angeblicher Religionsfreiheit nicht zu vereinbaren, sagte Lothar de Maizière: “Wir setzen heute ein klares Signal. Es gibt keinen Platz in unserer Gesellschaft für radikale Extremisten, die zur Gewaltanwendung bereit sind. Hier ziehen wir eine klare Linie, auch, um den friedlichen Islam in Deutschland zu schützen.”

Insgesamt wurden knapp 200 Gebäude durchsucht und Zehntausende Koran-Exemplare sichergestellt. Das Vereinsvermögen wird beschlagnahmt. Laut De Maizière sind rund 140 junge Islamisten nach einer Radikalisierung durch “Lies!” in die Kampfgebiete der Terrormiliz Islamischer Staat gereist. Nach den Festnahmen von Terrorverdächtigen in den vergangenen Monaten sei es nun darum gegangen, der Propaganda den Boden zu entziehen.

Der Gründer der Gruppierung, der gebürtige Palästinenser Ibrahim Abou-Nagie, ist laut Sicherheitskreisen in Malaysia. Nach Angaben des Inlandsgeheimdienstes hielten sich Ende Oktober 9200 radikale Salafisten in Deutschland auf.

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