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Es eult in Athen: Obama spricht in Abschiedsrede über Demokratie


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Es eult in Athen: Obama spricht in Abschiedsrede über Demokratie

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US-Präsident Barack Obama ist auf Abschiedsbesuch in Europa. Für sein großes “Good bye” an die Europäer hat sich Obama das Land ausgesucht, das wie kein anderes symbolhaft seit Jahrtausenden für die Demokratie steht – und dessen demokratischer Zusammenhalt in jüngster Zeit auf eine harte Probe gestellt wird.

Demokratie war Obamas großes Thema in Athen. “Sie haben es vielleicht schon bemerkt: Der nächste US-Präsident und ich könnten nicht unterschiedlicher sein”, sagte Obama im vollbesetzten Saal des Kulturzentrums der Stavros-Niarchos-Stiftung, “aber die amerikanische Demokratie ist größer als einzelne Personen. In den kommenden Wochen wird mein Team alles unternehmen, um eine möglichst reibungslose Amtsübergabe zu schaffen. So muss Demokratie funktionieren.”

Die Demokratie ist Heilmittel für die Schmerzen, die Donald Trumps Wahlsieg in den USA dem noch amtierenden Präsidenten zugefügt hat. Sie ist aber auch einzig wahre Regierungsform in den Augen des mächtigsten Mannes der Welt. Allein die Demokratie biete den Rahmen, die Staatsform noch besser zu machen, sagte Obama in Hinblick auf eine Welt, die derzeit mehr denn je auseinanderzudriften scheint. Obama widersprach diesem Eindruck mit den Worten: “Die Welt war – insgesamt – nie wohlhabender, besser gebildet, gesünder und weniger gewalttätig als heute.”

Mehr Solidarität mit Griechenland

Obama sprach zur Welt und zu Europa, aber auch ganz konkret zu den Griechen. “Es war hier vor 25 Jahrhunderten auf den steinigen Hügeln dieser Stadt, dass eine neue Idee entstanden ist: die Demokratie”, so Obama, dessen Rede vom tosendem Beifall der anwesenden Griechen immer wieder unterbrochen wurde. In der Flüchtlingskrise lobte er die Großherzigkeit der Griechen gegenüber den Neuankömmlingen, foderte aber gleichzeitig mehr Solidarität von Europa und der Weltgemeinschaft insgesamt. Außerdem bekräftigte Obama seine Forderung nach einem Schuldenschnitt für Griechenland.

Die größte Gefahr für die Demokratie sieht Obama nach seinen Worten in der Verteilung von Chancen und Wohlstand auf der Welt. “Ungleichheit wird jetzt nicht mehr toleriert, weil jeder, auch in den entlegensten Regionen Afrikas, ein Smartphone hat und sehen kann, wie die Leute in London oder New York leben.”

Obamas nächste Station ist Deutschland. Im Berliner Luxushotel Adlon trifft er Bundeskanzlerin Angela Merkel. Am Donnerstag will er sich mit ihr über die künftigen Beziehungen zwischen den USA und Europa unter einem Präsidenten Trump beraten. Die letzte Station von Obamas Weltreise ist in Peru geplant.

Euronews-Korrespondent Stamatis Giannisis in Athen

In fast 30 Stunden in Griechenland hat Barack Obama wiederholt betont, dass er das Land in wichtigen Punkten unterstützt. Zudem wählte der US-Präsident symbolisch jenen Staat für seine Rede, in dem die Demokratie geboren wurde. Er sprach die Unsicherheiten an, denen sich moderne Staaten gegenübersehen und machte direkte und indirekte Andeutungen gegenüber Donald Trump, seinem Nachfolger im Weißen Haus.

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