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Klimawandel: Marrakesch blickt besorgt nach Washington


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Klimawandel: Marrakesch blickt besorgt nach Washington

Vertreter aus etwa 180 Staaten haben sich derzeit in Marrakesch versammelt, um die nächsten Schritte zur Begrenzung des Klimawandels festzulegen, doch viele der Politikerinnen und Politiker blicken besorgt in Richtung USA. Sie pochten auf die Einhaltung der im Klimavertrag von Paris vereinbarten Ziele und dürften sich dabei vor allem an Donald Trump gerichtet haben. Der designierte Präsident des zweitgrößten Klimasünders der Welt hatte im Wahlkampf versprochen, Kohle und Fracking zu fördern und aus dem Klimaabkommen auszutreten oder es zumindest nachzuverhandeln.

Wie viele Mitglieder seiner republikanischen Partei leugnet Trump den Klimawandel. Die Chinesen würden diese Lüge benutzen, um die amerikanische Wirtschaft zu schwächen, war einer seiner markantesten Slogans. Sollte Washington wirklich auf einen Anti-Klimaschutz-Kurs einschwenken, könnte sich Peking zur treibenden Gegenkraft entwickeln, so der führende Delegierte Liu Qiang: “China wird die Führung übernehmen, wenn es darum geht, aktiv gegen den Klimawandel vorzugehen. China wird den Klimawandel sehr ernst nehmen.”

Tatsächlich ist es laut Klimaforschern vor allem Peking zu verdanken, dass der CO2-Ausstoß sich in den vergangenen Jahren kaum erhöht hat. Denn der weltweit größte Klimasünder verbrennt weniger Kohle. Ein Hoffnungsschimmer, der allerdings nicht reicht, um das im Klimavertrag festgesetzte Ziel zur Begrenzung der Erderwärmung zu erreichen. 2016 werden voraussichtlich erneut alle Hitzerekorde gebrochen, warnte die UN-Wetteragentur in Marrakesch. Generalsekretär Petteri Taalas: “In diesem Jahr werden wir eine Erderwärmung von 1,2 Grad erreichen. Wenn man an die in Paris vereinbarten 1,5 Grad Erderwärmung denkt, gehen wir in die falsche Richtung.”

Denn auch wenn der CO2-Ausstoß sich in den vergangenen Jahren nicht wesentlich erhöht hat, liegt er weiterhin bei einem Rekordniveau. Die Konzentration des Treibhausgases ist laut Klimaforschern um mehr als ein Viertel im Vergleich zum vorindustriellen Zeitalter angestiegen. Die Hälfte davon sei nach 1980 hinzugekommen.

Damit ist der von Menschen gemachte Klimawandel laut Experten nicht zu leugnen, das zeigen nicht nur steigende Temperaturen, sondern auch extreme Wetterphänomene oder der drastische Anstieg der Meeresspiegel, der vor allem Küstenstädte gefährdet.

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