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Stallpflicht, aber nicht überall: Europa reagiert auf die Vogelgrippe


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Stallpflicht, aber nicht überall: Europa reagiert auf die Vogelgrippe

Europa reagiert auf die jüngsten Ausbrüche der Vogelgrippe. In Deutschland waren zum Wochenende bereits an mehreren Orten im Norden des Landes Vogelgrippefälle bekannt geworden, darunter auch in einer Massentierhaltung.

Vogelgrippe-Fakten

Vogelgrippe, Geflügelpest, H5N8 – was denn nun?
Alle drei Begriffe bezeichnen die gleiche Krankheit. Das H5N8-Virus löst die Vogelgrippe aus. Diese wird bei schweren Verläufen auch Geflügelpest genannt.

Woher kommt der derzeitige Vogelgrippe-Ausbruch?
Wissenschaftler vermuten, dass der derzeitige Erreger aus Zentralrussland oder der Mongolei kommt. Er soll einem Erregertyp ähneln, der dort im Sommer gefunden wurde.

Wie verbreitet sich die Vogelgrippe in Europa?
Vermutlich geschieht das über Zugvögel. Sie kommen jetzt im Herbst aus den kalten Regionen im Osten und Europas nach Mittel- und Westeuropa. Da der Vogelzug erst beginnt, mutmaßen Wissenschaftler, dass sich die Fallzahl weiter vergrößern könnte. Dass die Vogelgrippeviren große Strecken zurücklegen können, lässt ein aktueller Fall in Israel vermuten: Die Krankheit wurde vermutlich durch infizierte Zugvögel aus Europa eingeschleppt.

Ist die Vogelgrippe für den Menschen gefährlich?
Die Vogelgrippe ist eigentlich ein normales Grippevirus, das statt auf Menschen auf Vögel spezialisiert ist. Bisher ist kein Fall bekannt, in dem ein Mensch an einem Vogelgrippe-Erreger erkrankt ist. Dennoch warnen Experten: Beim Umgang mit möglicherweise infiziertem Geflügel sollte man sich schützen.

pha mit DPA/FLI

Die deutschen Behörden versuchen nun, eine weitere Ausbreitung des Virus zu verhindern. Die 30.000 Tiere des Betriebs in Schleswig-Hollstein wurden getötet. Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt berief einen Krisenstab ein, dieser beschloss Stallpflicht für Geflügel in Risikogebieten. Dem Zentralverband der deutschen Geflügelwirtschaft geht das nicht weit genug: Dort fordert man eine bundesweite Stallpflicht. Japa, Südkorea, Hongkong, Bosnien und Herzegovina und Südafrika haben den Import von deutschen Geflügelprodukten vorsichtshalber eingeschränkt.

Bodenseeregion besonders betroffen

Das Friedrich-Löffler-Institut in Deutschland verzeichnet Vogelgrippefälle bei Wildtieren vor allem in der Region um den Bodensee. In Österreich ist die Vogelgrippe ebenfalls nahe des Bodensees in Vorarlberg nachgewiesen worden, und zwar bei Puten ebenso wie bei Wildvögeln. Auch dort werden Tiere getötet, um eine weitere Ausbreitung des Virus zu verhindern. Weitere Fälle werden unter anderem aus der Schweiz, Ungarn und aus Kroatien gemeldet.

In Frankreich ist zwar kein aktueller Fall bekannt, aber hier erinnert man sich noch an die Vogelgrippewelle im vergangenen Jahr. Die Regierung hat die Warnstufe angehoben, vor allem in feuchten Regionen, wo viele Wildvögel leben, sollen die Landwirte achtsam sein.

Weitere Informationen

Karte zum Auftreten der Vogelgrippe in Deutschland

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