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Zukunftspakt: VW baut weltweit bis zu 30.000 Stellen ab

Volkswagen will in den kommenden Jahren weltweit bis zu 30.

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Zukunftspakt: VW baut weltweit bis zu 30.000 Stellen ab

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Volkswagen will in den kommenden Jahren weltweit bis zu 30.000 Stellen streichen. 23.000 davon allein in Deutschland. Das gab das Unternehmen jetzt bekannt. Der Abbau werde sozialverträglich erfolgen, hieß es. Allerdings sollen auch Tausende neue Stellen entstehen und hohe Investitionen unternommen werden. All das ist Teil des sogenannten Zukunftspakts.

Volkswagen-Chef Matthias Müller sagte: “Der Zukunftspakt ist das größte Reformprogramm in der Geschichte der Kernmarke unseres Konzerns. Es wird Volkswagen effizienter, produktiver und wettbewerbsfähiger machen, und gleichzeitig ermöglicht es der Marke, all jene Technologien und Trends voranzutreiben, die die Zukunft der Automobilindustrie prägen werden.”

Zu diesen Technologien und Trends zählt etwa die E-Mobilität setzen. An vielen Standorten werden die Kapazitäten für Elektroautos und Batterien ausgebaut. Mit dem Zukunftspakt will VW außerdem die Kosten bis 2020 um 3,7 Milliarden Euro senken. Alle Standorte sollen erhalten bleiben.

Einzelheiten zum Zukunftspakt

WOLFSBURG – Bis 2020 sollen am Stammsitz rund 1000 Arbeitsplätze in Zukunftsfeldern entstehen. Der nächste Golf 8 für die USA soll in Wolfsburg gefertigt werden, außerdem ein SUV für die spanische Tochter Seat. In anderen Bereichen läuft die Fertigung bis 2022 aus – unter anderem beim Lenkstangenrohr und der Räderfertigung.

KASSEL – Das größte Teilewerk des Konzerns soll im VW-Konzern das Leitwerk für den Elektro-Antriebsstrang werden – samt Entwicklungsaufgaben. Zudem sollen in Nordhessen auch mehr Ersatzteile gefertigt werden.

SALZGITTER – Das Motorenwerk in Salzgitter gilt als einer der Verlierer aufkommender E-Antriebe. Der Standort soll daher die Federführung bei der Entwicklung von Batteriezelltechnologien erhalten und – soweit wirtschaftlich tragbar – auch die Serienfertigung der Zellen. Die Produktion von Hauptkomponenten für E-Motoren soll sich Salzgitter mit Kassel teilen.

EMDEN – Ab 2019 soll Emden ein viertes Modell bekommen, um die Auslastung des Werkes an der Küste zu sichern. Im Zuge der Abgasaffäre hatte VW im März angekündigt, die Verträge von 2150 Leiharbeitern nicht zu verlängern.

HANNOVER – Die Gießerei und der Bereich Wärmetauscher standen auf dem Prüfstand, bleiben aber erhalten und sollen auch Komponenten für die E-Antriebe der Zukunft liefern. Zudem wird in der Gießerei der 3D-Druck von Teilen angesiedelt. In beiden Bereichen fallen jedoch Stellen weg.

BRAUNSCHWEIG – Das Werk bekommt die Entwicklung für Batteriesysteme in den Produktionsbaukästen des Konzerns sowie die Montage von einigen Batterien. Zudem soll die Produktion von Lenkungen ausgebaut werden. Die Kunststofffertigung wird dagegen bis 2021 eingestellt, auch Fahrwerke werden wohl Arbeit verlieren.

ZWICKAU – Neue Golf-Modelle sollen auch weiter in Zwickau gebaut werden, zudem soll das Werk ein Elektromodell erhalten. Dennoch wird die Zahl der Beschäftigten sinken.

(Quelle: dpa)