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Jemen: 48-stündige Feuerpause hält offenbar mit Einschränkungen

Ab Samstag sollen für zwei Tage die Waffen schweigen. Es ist bereits der sechste Anlauf. Die Hoffnungen auf Fortschritte, über humanitäre Hilfe hinaus, sind gering.

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Jemen: 48-stündige Feuerpause hält offenbar mit Einschränkungen

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Mit Anbruch einer neuen 48-stündigen Waffenruhe im Jemen hat sich Lage an den Fronten am Samstag offenbar deutlich beruhigt – auch wenn es nach wie vor einige Berichte von Beschuss gibt. Die von Saudi-Arabien geführte arabischen Koalition will ihre Luftschläge während dieser Zeit komplett einstellen.

Ein Kommandeur der Streitkräfte der international anerkannten Regierung Abed Rabbo Mansur Hadis gab an, in der heftig umkämpften südlichen Stadt Tais hätten Huthi-Rebellen erneut Wohngebiete beschossen. Dabei soll es ein Todesopfer gegeben haben. Man werde sich dennoch an die Waffenruhe halten.

Beide Seiten – die von Saudi-Arabien gestützte Hadi-Regierung und die einen Großteil des Landes kontrollierenden Huthi-Rebellen – behalten sich jeweils eine Verlängerung der Feuerpause vor, falls die zweitägige Feuerpause funktioniert.

Die Zivilbevölkerung jedoch ist skeptisch: “Ich bin gar nicht optimistisch” erklärt ein Ladenbesitzer in der Hauptstadt Sanaa. Es gab jetzt schon mehrere Waffenruhen, die nicht eingehalten wurden, und ich bin sicher, dass auch diese wieder von den beiden Seiten verletzt werden wird. Im Allgemeinen nutzen beide Seiten die Feuerpausen nur, um sich auf die Fortsetzung des Krieges vorzubereiten.”

Die Feuerpause soll auch internationale humanitäre Nothilfe für die Bevölkerung in besonders betroffenen Landesteilen ermöglich. Millionen Menschen leiden unter Wasser- und Nahrungsmittelknappheit, die Gesundheits- und Schulsysteme liegen am Boden. Seit Beginn der saudisch geführten Luftangriffe auf die Huthi sind laut den Vereinten Nationen über 6500 Menschen ums Leben gekommen.

Es ist bereits der sechste Versuch, die Gewalt im Jemen zu bremsen, seit der Konflikt im März vergangenen Jahres eskalierte. Mit der Entscheidung der Huthi-Rebellen im Juli, ihre eigene Regierung weiter auszubauen, sind die schon mehrfach gescheiterten Friedensverhandlungen inzwischen noch schwieriger geworden.

Der Bürgerkrieg gilt auch als Stellvertreterkrieg zwischen dem Saudi-Arabien und dem Iran, der mutmaßlich die schiitischen Huthi-Rebellen stützt. Schiiten stellen etwas mehr als ein Drittel der 28 Millionen Einwohner des Jemen und eine kleine Minderheit auf der arabischen Halbinsel.