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Frankreich: Konservative Wähler küren Präsidentschaftskandidaten


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Frankreich: Konservative Wähler küren Präsidentschaftskandidaten

Anhänger der Konservativen sind in Frankreich heute erstmals aufgerufen, über ihren Kandidaten oder ihre Kandidatin für die Präsidentschaftswahl im Frühjahr abzustimmen. Wenn wie erwartet kein Anwärter über 50 Prozent der Stimmen erhält, entscheidet eine Stichwahl am kommenden Sonntag.

In den Mittelpunkt der Kandidatenkür hat sich François Fillon geschoben. Der frühere Regierungschef lag laut einer am Freitag veröffentlichten Umfrage überraschend an der Spitze der sieben Bewerber. Fillons Motto: Öffentliche Ausgaben runter, Rentenalter rauf.

Ex-Staatspräsident (2007 – 2012) Nicolas Sarkozy gilt als stark polarisierender Hardliner der Republikaner. Gegen den 61-Jährigen könnten sich mehrere laufende Ermittlungsverfahren negativ auswirken, darunter eines wegen illegaler Wahlkampffinanzierung im Jahr 2007.

Der ehemalige Regierungschef und amtierende Bürgermeister von Bordeaux, Alain Juppé, war ursprünglich Vorwahl-Favorit, fiel aber am Freitag knapp hinter Fillon zurück. Der 71-Jährige sieht sich als Kandidat der politischen Mitte und könnte auch linke Wähler mobilisieren, die Sarkozys Kandidatur verhindern möchten.

Als einzige Frau ging Sarkozys ehemalige Sprecherin Nathalie Kosciusko-Morizet in die Vorwahl. Die 43-jährige Ex-Ministerin verließ im vergangenen Jahr die Führungsebene der Republikaner und steht heute an der Spitze der konservativen Opposition in Paris. Der ultrakonservative Jean-Frédéric Poisson gehört als einziger Kandidat nicht der Partei der Republikaner an.

Dem Sieger werden gute Chancen für die Präsidentschaftswahl im Frühjahr ausgerechnet. Umfragen sagen derzeit ein Duell zwischen dem konservativen Bewerber und der Rechtspopulistin Marine Le Pen von der Partei Front National (FN) voraus. Ob der politisch angeschlagene und unbeliebte sozialistische Amtsinhaber François Hollande wieder antritt, ist noch offen.

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