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Frankreich wählt konservative Präsidentschaftskandidaten

In Frankreich haben die Vorwahlen zur Bestimmung der Präsidentschafskandidaten der Konservativen begonnen.

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In Frankreich haben die Vorwahlen zur Bestimmung der Präsidentschafskandidaten der Konservativen begonnen. In den Überseedepartements konnten die Wählerinnen und Wähler bereits am Samstag an die Urnen. Im Mutterland wird ab Sonntag abgestimmt.

Als Favoriten gelten drei Kandidaten der Republikaner, darunter Alain Juppé. Der Bürgermeister von Bordeaux und ehemalige Regierungschef hat seinen Spitzenplatz in den Umfragen zuletzt aufgeben müssen.

Juppe twitterte: “Populismus bedeutet, dem Volk Unsinn zu erzählen, um es zu täuschen. Das ist das Gegenteil von Gaullismus.” Er präsentierte sich im bisherigen Wahlkampf deutlich links von Ex-Präsident Nicolas Sarkozy, der sich unter anderem für die Wiedereinführung aller Grenzkontrollen und die Rückbesinnung auf urfranzösische Werte ausspricht. “Wir sind Franzosen und wir wollen es bleiben und es wie unsere Eltern auch an unsere Kinder weitergeben”, twitterte Sarkozy.

Da an den Vorwahlen alle Wählerinnen und Wähler teilnehmen können, wurde vermutet, dass viele Anhängerinnen und Anhänger der Linken für Juppé stimmen, um Sarkozy als Kandidaten zu verhindern. Laut Umfragen ist es wahrscheinlich, dass der Kandidat der konservativen Republikaner im Präsidentschaftswahlkampf gegen Marine Le Pen, die Kandidatin des rechtsextremen Front National, antritt.

Sarkozy liegt in den letzten Umfragen zusammen mit Juppé auf dem zweiten Platz hinter Ex-Regierungschef François Fillon. Der Abgeordnete aus Paris hatte nach der letzten Fernsehdebatte am Donnerstag deutlich aufgeholt. Wie seine Parteifreunde auch will er die Wirtschaft durch Steuerentlastungen für Unternehmen in Schwung bringen und vertritt liberale Positionen in der Wirtschaftspolitik. “Freiheit ist der beste Antrieb für lebendige Gesellschaften”, twitterte sein Wahlkampfteam.

Es ist das erste Mal, dass die französischen Konservativen eine Vorwahl abhalten. Insgesamt treten sieben Kandidaten an, darunter eine Frau. Sechs Kandidaten gehören den Republikanern an. Jean-Frédéric Poisson ist Mitglied der Christdemokraten. Sollte keiner der Kandidaten mehr als 50 Prozent der Stimmen erhalten, entscheidet eine Stichwahl in der kommenden Woche. Die Präsidentschaftswahlen finden im Frühjahr statt.