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Merkels 4. Kandidatur: Keine leichte Entscheidung


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Merkels 4. Kandidatur: Keine leichte Entscheidung

Angela Merkel wird bei der Bundestagswahl im Herbst 2017 ein viertes Mal als Spitzenkandidatin der CDU antreten. Das erklärte die 62-Jährige am Sonntagabend in einer Pressekonferenz.

Die Entscheidung sei ihr nach 11 Jahren im Amt und angesichts der aktuellen Lage nicht leicht gefallen, sie habe sehr lange darüber nachgedacht. Es werde ein harter Wahlkampf mit einen nie dagewesenen Druck von rechts, so Merkel.

Mit Verweis auf internationale Stimme warnte Merkel vor überzogenen Erwartungen. Einzelne US-Medien hatte die Kanzlerin als die wichtigste verbleibende Verteidigerin liberaler und demokratischer Werte bezeichnet. Solchen Erwartungen könne eine Einzelperson nicht gerecht werden.

Die deutsche Kanzlerin ist aber nicht unumstritten, etwa in Osteuropa, aber auch in der Bundesrepublik, wo sich seit 2015 mit AfD und Pegida eine neue bürgerliche Opposition rechts der Mitte über Herausforderungen wie Migration oder die Flüchtlingsfrage definiert.

Laut einer Emnid-Umfrage legte Merkel in der Wählergunst zuletzt aber wieder deutlich zu: Demnach befürworten 55-Prozent der Deutschen eine erneute Kandidatur. CDU und CSU verzeichneten dagegen leicht sinkende Umfragewerte.

Für Bundeskanzler gibt es in Deutschland keine Obergrenze bei den Amtszeiten. Sollte Merkel gewinnen, könnte sie ihren Ziehvater Helmut Kohl einholen, der mit gut 16 Jahren die bislang längste Amtszeit der Nachkriegsgeschichte hatte.

Wer für die SPD Kanzlerkandidat wird, ist noch nicht entschieden. Neben dem aktuellen SPD-Chef Sigmar Gabriel wird auch der Präsident des Europaparlaments Martin Schulz als möglicher Spitzenkandidat gehandelt.