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Saubermann Fillon sorgt für Überraschung


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Saubermann Fillon sorgt für Überraschung

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Die französischen Konservativen suchen einen Präsidentschaftskandidaten. In der ersten Runde der Vorwahlen erhielt François Fillon rund 44 Prozent und damit die meisten der knapp vier Millionen abgegebenen Stimmen. Viele Franzosen kommentierten dieses Ergebnis mit dem Wort surprise – Überraschung.

In zahlreichen Umfragen vor der Abstimmung landete Fillon nur auf dem dritten Rang. Er habe sich davon nicht aus der Ruhe bringen lassen, sagt der 62-Jährige jetzt. “Seit Monaten gehe ich unbeirrt und mit einem ebenso klaren wie kraftvollen Projekt meinen Weg. Ich werde diesen Pfad nicht verlassen”, so Fillon.

Fillon will Frankreich mit einem 110-Milliarden-Euro-Paket wirtschaftlich auf Vordermann bringen, er will den Staatsapparat verschlanken und das Rentenalter auf 65 Jahre anheben.

Zwischen 2007 und 2012 stand er unter Präsident Nicolas Sarkozy der Regierung vor. Sein ehemaliger Mitstreiter ist der große Verlierer der Vorwahlen.

Sarkozys Plan, ein zweites Mal Präsident zu werden, ist fehlgeschlagen. Er erhielt nur die drittmeisten Stimmen: Mehr Privatleben und weniger Öffentlichkeit hat sich Sarkozy für die Zukunft vorgenommen, seinen Landsleuten wünsche er viel Glück, schob er noch hinterher. Sarkozys politische Laufbahn dürfte fortan – wenn überhaupt – auf Sparflamme köcheln. Dass gegen den Altpräsidenten schon mehrfach juristisch ermittelt wurde – unter anderem wegen des Verdachts der Korruption – hat ihn für viele Franzosen unwählbar gemacht – auch wenn Sarkozy nie von einem Gericht verurteilt worden ist.

Zweiter der ersten Runde der Kandidatenkür hinter Fillon wurde der Bürgermeister von Bordeaux, Alain Juppé. Wegen “illegaler Einflussnahme” wurde er 2004 zu einer 18-monatigen Bewährungsstrafe verurteilt. Für seine Gegner ist das ein gefundenes Fressen. Fillon hingegen gilt als Saubermann – ohne Skandale und ohne Ärger mit der Justiz.

Fillon und Juppé treten am kommenden Sonntag in einer Stichwahl gegeneinander an. Der Gewinner zieht dann für die Konservativen in den Präsidentschaftswahlkampf und bekommt es dort mit dem noch nicht benannten Kandidaten der regierenden Sozialisten und mit Marine Le Pen, der Chefin des rechtsgerichteten Front National, zu tun.

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