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Frieden in Kolumbien: Ziel ist in Sicht


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Frieden in Kolumbien: Ziel ist in Sicht

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Dreimal ist der Friedensprozess in Kolumbien fehlgeschlagen. 1984, 1991 und 1999. Im September wurde in Havanna ein neuer Vertrag zwischen der Regierung und den FARC-Rebellen unterzeichnet. Ein Vertrag, der einen Schlussstrich ziehen sollte unter einen Konflikt, der ein halbes Jahrhundert anhielt. 260.000 Menschen kamen ums Leben, 45.000 verschwanden, fast 7 Millionen mussten fliehen.

Doch der Vertrag fiel Anfang Oktober bei einem Referendum durch. Vorgesehen war die Entwaffnung von gut 5700 Kämpfern, die Umwandlung der FARC in eine politische Partei und ein defintiver Waffenstillstand.

Viele fanden allerdings, dass mit FARC-Straftätern zu lasch umgegangen werde. Alles zu lasch, alles zu nachgiebig, so das Urteil des Nein-Lagers. Auch war vielen ein Graus, dass ehemalige Guerrilleros künftig als Politiker aktiv sein sollten. Kolumbiens Ex-Präsident Álvaro Uribe gehört zur Nein-Fraktion. Er fordert Haft für die Rebellen und einen “nationalen Pakt für den Frieden”.

Uribe sagte nach dem Referendum: “Ich gratuliere allen, die sich die Mühe gemacht haben, die Verträge durchzulesen und die Frieden wollen, aber dennoch Nein zu dem Vertrag von Havanna gesagt haben. Den jungen Kolumbianern sage ich: Frieden ist toll. Aber die Abkommen von Havanna sind enttäuschend.”

Enttäuschend fanden wiederum die Befürworter das Nein der Gegner. Kolumbiens Präsident Juan-Manuel Santos, jüngst für seine Bemühungen um einen Waffenstillstand mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet, versichert, dass die Waffen weiter schweigen würden.

Santos: “Wir werden nun entscheiden, welchen Weg wir nehmen müssen, damit der Frieden, den wir alle wollen, möglich wird und durch diese Situation gestärkt werden kann. Ich werde nicht aufgeben. Ich setze die Suche nach Frieden bis zum letzten Moment meiner Amtszeit fort. Denn nur so können wir unseren Kindern ein besseres Land hinterlassen.”

Obschon die Hoffnung auf einen Frieden mit der FARC nach dem Nein-Sieg einen Dämpfer erhalten hat, gingen die Verhandlungen weiter. Am 28. Oktober wurden die Gespräche auf Kuba wieder aufgenommen. Die Unterhändler wollten den Weg des Dialogs weitergehen und die durchgefallene Fassung des Vertrags nachbessern. Und das haben sie getan.

Am 12. November wurde eine neue Fassung präsentiert. Gute 500 Änderungsvorschläge, die von der Bevölkerung, von Opferverbänden und der rechten Opposition um Uribe stammten, seien berücksichtigt worden, so Santos. Der Vertrag sei besser als der davor, das erkenne er an, sagte der Präsident. Nun sollen die Strafen für die Verbrechen der Farc-Guerilla härter ausfallen und die Rebellen sich mit ihrem Vermögen an der Entschädigung der Opfer beteiligen. Jetzt muss noch das Parlament seinen Segen geben. Das Volk soll nicht mehr befragt werden.

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