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Bangladesch macht Grenze für Myanmars Rohingyas zu


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Bangladesch macht Grenze für Myanmars Rohingyas zu

Angehörige der muslimischen Rohingya-Minderheit fliehen weiter vor der eskalierenden Gewalt im Nordwesten Myanmars nach Bangladesch. Ungeachtet eines Appelles der Vereinten Nationen versucht Bangladesch die Flucht über den Grenzfluss Naf zu unterbinden. In den vergangenen sechs Wochen sind mehrere dutzend Flüchtlingsboote nach Myanmar zurückgedrängt worden. Humayun Kabir gehört zu jenen, die die Flucht nach Bangladesch geschafft haben:

“Eine Gruppe von Leuten aus unserem Dorf hat mit einem Boot den Fluss überquert. Aber plötzlich sank das Boot. Viele konnten ans Ufer schwimmen, aber sieben werden vermisst, darunter meine drei Kinder”, schildert Humayun Kabir, den Grenzübertritt nach Bangladesch.

“Das Militär hat meinen Vater und meine Onkel mitgenommen. Ich weiß nicht, was mit ihnen passiert ist, ob sie noch leben oder nicht. Weil sie gefoltert wurden, um mich zu schützen, bin ich mit dem Boot über den Fluss hierhergekommen”, berichtet die junge Shawkat Ara.

Nach Überfällen auf mehrere Grenzposten, bei denen Anfang Oktober neun Polizisten getötet wurden, hat Myanmar im Grenzgebiet zu Bangladesch eine größere Militäraktion gestartet. Menschenrechtsorganisationen berichten von niedergebrannten Häusern und Übergriffen des Militärs.

“Es liegt an der Regierung Bangladeschs die Regierung von Myanmar zu drängen, dass sie die Lage so normalisiert, dass jene Rohingyas, die kürzlich gekommen sind, in Würde und Sicherheit zurückkehren können”, fordert John McKissick vom UN-Flüchtlingshilfswerk.

Die 1,1 Millionen Rohingyas, die im Norden Myanmars leben, werden von einem Großteil der buddhistischen Mehrheitsbevölkerung als illegale Einwanderer aus Bangladesch angesehen. Ihnen werden Bürgerrechte verweigert und ihre Bewegungsfreiheit ist eingeschränkt. Die jetzige Gewaltwelle ist die schlimmste seit 2012. Damals wurden mehr als 100 Menschen getötet und 140 000 Rohingyas vertriebenen.

Jede Geschichte kann aus vielen Perspektiven erzählt werden. euronews Journalisten berichten in ihren Sprachen, mit ihrer Sicht der Dinge.

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