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Lux-Filmpreis Preis für "Toni Erdmann" - Nächste Etappe der Oscar?


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Lux-Filmpreis Preis für "Toni Erdmann" - Nächste Etappe der Oscar?

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“Toni Erdmann” von Maren Ade war bei den Filmfestspielen in Cannes als Topfavorit gehandelt worden, wurde bei der Preisverleihung jedoch übergangen, dafür immerhin von der internationalen Flimkritikervereinigung FIPRESCI als bester Film des Wettbewerbs ausgezeichnet.

Jetzt gab es für die Tragikomödie über einen Alt-68er mit eigenwilligem Humor und seine auf Karriere fixierte Tochter den Lux-Filmpreis des Europaparlaments. “Toni Erdmann” ist außerdem der deutsche Auslands-Oscar-Kandidat.

Story

Als der schräge Winfried (Peter Simonischek) seine Tochter (Sandra Hüller) unangemeldet in Bukarest besucht, ist der Konflikt programmiert. Winfried bringt Ines in hochpeinliche Situationen, als er mit schlecht sitzendem Anzug, Perücke und falschem Gebiß auftaucht und sich als Personalcoach Toni Erdmann vorstellt. Dabei mischt er das Leben seiner gegensätzlichen Tochter kräftig auf – und nähert sich ihr dabei dennoch wieder an.

Maren Ade

Regisseurin Maren Ade ist außerdem Drehbuchautorin und Filmproduzentin. Ihr zweiter Spielfilm “Alle anderen” wurde auf den Internationalen Filmfestspielen in Berlin 2009 mit dem Silbernen Bären als Bester Film (Großer Preis der Jury) und mit dem Silbernen Bären für Birgit Minichmayr als Beste Darstellerin ausgezeichnet. Der Film startete in über achtzehn Ländern im Kino.

Für “Toni Erdmann” ließ sich Ade von der eigene Familie und dem Comedy-Star Andy Kaufman inspirieren. “Die Radikalität, mit der Andy Kaufman seine Rollen gelebt und durchgezogen hat, fand ich, war eine Sache die mich inspiriert hat. Eine andere Sache ist ein bisschen meine eigene Familie, in der viel gescherzt wird, mein Vater hat auch einen – wie ich finde – relativ guten Humor. Und ich habe ihm irgendwann mal so Scherzartikel, Zähne geschenkt, die er dann über die Jahre immer mal wieder so zum Einsatz gebracht hat.”

Sandra Hüller

Bekannt wurde Sandra Hüller durch Ihre Rolle als Michaela Klingler in Hans-Christian Schmids Film “Requiem”. Für ihre Darstellung der an Epilepsie erkrankten jungen Frau wurde sie mehrfach ausgezeichnet. Zu “Toni Erdmann” sagt sie: “Das wusste keiner, was da auf einen zukommt bei dem Dreh, das haben wir alle wirklich nicht gewusst. Alle wussten den Zeitraum, alle kannten den Inhalt. Wir kannten uns als Kollegen, wir haben lang geprobt, und trotzdem hat’s keiner gewusst. Das ist wie mit Kinderkriegen.”

Peter Simonischek

Der Österreicher Peter Simonischek ist ein gestandener Theaterschauspieler und eigentlich mit allen Wassern gewaschen. Zu den beinah improvisiert wirkenden Szenen und skurrilen Details von “Toni Erdmann” sagt er, Regisseurin Ade habe nichts dem Zufall überlassen. “Die Arbeit mit ihr fordert jeden bis zur Grenze. Das ist schon so, Ich habe in Cannes mit dem geredet, der da die Untertitel gemacht hat und der war begeistert von ihr. Der hat aber auch gesagt: Ich habe noch nie in meinem Leben so viel gearbeitet (lacht). Jeder der ihr in die Quere kommt muss bereit sein, sich so richtig ins Zeug zu legen.”

Filmstart & Preise

Von der Kritik wurde Toni Erdmann beim deutschen Filmstart als einer der besten Filme des Jahres gefeiert. Auch im Ausland gab es begeisterte Reaktionen.

Für die Verleihung des Europäischen Filmpreises 2016 wurde Toni Erdmann in sechs Kategorien nominiert (Film, Regie, Darsteller, Darstellerin, Drehbuch, European University Film Award).

Der Film ist ebenfalls 2017 für einen Independent Spirit Award (Bester internationaler Film) nominiert.
Und dann sind da noch die Oscar-Hoffnungen….

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