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Fillon und Juppé: Ihre Pläne für Frankreich


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Fillon und Juppé: Ihre Pläne für Frankreich

Konservativ sind sie beide, das Amt des französischen Ministerpräsidenten hatte der eine wie der andere einst inne – und auch ihr Ziel ist dasselbe. Doch bei allen Gemeinsamkeiten: Alain Juppé und François Fillon sind Konkurrenten, beide wollen als konservativer Kandidat in den Präsidentschaftswahlkampf ziehen.

Nimmt man das Ergebnis der ersten Runde der Vorwahlen als Maßstab, hat Fillon deutlich bessere Karten. Der 62-Jährige erhielt vor einer Woche 44 Prozent der Stimmen.

Der elf Jahre ältere Juppé kam mit knapp 29 Prozent auf den zweiten Platz. Bemüht man politische Schubladen, so ist Juppé als moderat-konservativ einzuordnen, Fillon steht ein paar Schritte weiter rechts.

Sollte Juppé französischer Staatschef werden, was würde er dann dem russischen Präsidenten Wladimir Putin sagen, wurde er in einem Fernsehduell gefragt? Er werde gegenüber Putin betonen, dass er die Annexion der Krim nicht akzeptiere. Und:

“Ich würde ihm ebenfalls sagen, dass die Minsker Vereinbarungen umgesetzt werden müssen, um in der Ukraine nationale Eintracht und Frieden wiederherzustellen. Dann heben wir die Sanktionen auf”, so Juppé.

François Fillon kennt Putin aus seiner Zeit als Ministerpräsident. Dieser bekleidete seinerzeit in Moskau dasselbe Amt. “Die Russland-Politik, die seit nunmehr vier Jahren von Francois Hollande gemacht wird, halte ich für absurd. Sie drängt Russland dazu, unnachgiebigere Positionen einzunehmen, sich zu isolieren und nationalistische Reflexe zu betätigen”, so Fillon.

In Sachen EU-Politik baut Juppé auf eine neue deutsch-französische Allianz, Fillon will die Macht der Europäischen Kommission zurückfahren.

Was haben die Kandidaten innenpolitisch vor? Beide wollen Hunderttausende Beamtenstellen streichen. Beide planen, die wöchentliche Arbeitszeit anzuheben: Juppé auf 39, Fillon auf 48 Stunden. Auch die Mehrwertsteuer – da sind sich beide ebenfalls einig – soll steigen. Eine weitere Gemeinsamkeit: Beide wollen die Staatsausgaben deutlich reduzieren und bis zu 100 Milliarden Euro einsparen.

Das Gesetz zur gleichgeschlechtlichen Ehe, das Massendemonstrationen von Gegnern und Befürwortern ausgelöst hatte, wollen beide beibehalten, anders als Juppé spricht sich Fillon allerdings für eine Änderung der Abstammungsregelung aus.

Eine deutliche Kluft zeigt sich bei den konservativen Kandidaten in der Diskussion über eine nationale Identität: Für Fillon gehört Multikulturalität nicht zu Frankreich, Juppé hingegen meint, Vielfalt sei ein Kennzeichen der französischen Identität.

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