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"Sieranevada" - Familientreffen mit Christi Puiu


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"Sieranevada" - Familientreffen mit Christi Puiu

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Wie anstrengend und bewegend Familientreffen sein können, beweist der Rumäne Christi Puiu in seinem bitterbösen Streifen Sieranevada. Besagtes Treffen ist dem kürzlich verstorbenen Vater gewidmet, doch statt zu trauern wird über Politik und Verschwörungstheorien diskutiert. “Sieranevada” lief auf dem jüngsten Filmfestival in Thessaloniki. euronews sprach mit dem Regisseur über die Idee zu seinem Film.

Christi Puiu: “Ausgangspunkt war ein Familientreffen zu Ehren meines verstorbenen Vaters. Nach der Beerdigung gab es ein gemeinsames Essen und wir sprachen über viele Dinge, vor allem Politik, aber nie über den Verstorbenen. Ich fand das ziemlich absurd und komisch und sagte mir, in ein paar Jahren mache ich einen Film darüber.”

Christi Puiu gehört zu den Vertretern der rumänischen neuen Welle und hat sich mit den Filmen “Aurora” und “Der Tod des Herrn Lazarescu”, die ebenfalls einen bitterbösen Blick auf Gesellschaft und Familie werfen, einen Namen gemacht. Dennoch hört Puiu das Wort Realismus nicht so gern.

Christi Puiu: “Ich habe meine eigene Theorie, was das Kino betrifft. Es gibt zwei Arten von Filmemachern. Die, die vor allem das zeigen, was außerhalb ihres Kopfes geschieht, und die, die das zeigen, was in ihrem Kopf geschieht. Die einen zeigen ein Stück Realität, die anderen ein Stück Poesie. In allen Filmen ist beides vorhanden, nur zu einem unterschiedlichen Anteil.”

“Sieranevada” ist Rumäniens Bewerber um den Oscar für den besten fremdsprachigen Film.

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