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TV-Duell: Juppé wirft Fillon Russlandfreundlichkeit vor


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TV-Duell: Juppé wirft Fillon Russlandfreundlichkeit vor

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Die zwei verbliebenen Kandidaten der französischen Konservativen für die Präsidentenwahl 2017 haben sich im Fernsehen einen Schlagabtausch geliefert. Die früheren Ministerpräsidenten Alain Juppé und François Fillon hatten sich für die Stichwahl der bürgerlichen Rechten am kommenden Sonntag qualifiziert. Juppé kritisierte Fillon für dessen Russlandfreundlichkeit und das Werben für ein Ende der westlichen Sanktionen gegen Moskau:“Ich glaube, es ist eine Premiere, dass sich ein russischer Präsident in einem französischen Wahlkampf für einen Kandidaten entscheidet. Das hat mich etwas überrascht, als ich das gestern im Fernsehen sah.”

Fillon erwiderte:“Ich rufe einfach dazu auf, uns mit den Russen am runden Tisch zu treffen, ohne eine Genehmigung der Amerikaner zu erfragen. Es sollte eine Verbindung, wenn nicht sogar Vertrauen geschaffen werden zwischen Russland und Europa.”

Juppé erklärte, als Staatspräsident würde er Putin sagen, dass er die russische Annexion der ukrainischen Schwarzmeer-Halbinsel Krim nicht akzeptiere. Auch das Minsk-Abkommen für einen Frieden in der Ukraine müsse eingehalten werden.

Fillon bezeichnete Frankreich als Sanierungsfall und befürwortet einschneidende Sparmaßnahmen sowie eine Verlängerung der Regel-Arbeitszeit von wöchentlich 35 Stunden. Über fünf Jahre hinweg will Fillon 500.000 Stellen im öffentlichen Dienst abbauen:“Mit diesem Wahlprogramm können wir die Lage innerhalb von zwei Jahren in den Griff bekommen. In fünf Jahren kann die Arbeitslosigkeit halbiert werden, näher an Vollbeschäftigung heran. In zehn Jahren können wir wieder Europas stärkste Nation werden.”

Juppé sagte dazu:_“Frankreich wird einen starken Präsidenten benötigen, der mutige Reformen, schnelle Reformen, glaubwürdige Reformen angeht, aber keine brutalen Reformen.”

im ersten Wahlgang am vergangenen Sonntag hatte Fillon mit 44,1 Prozent die meisten Stimmen der konservativen Anhänger auf sich vereinigt. Der gemäßigtere Juppé kam auf 28,6 Prozent.

Abstimmen können am kommenden Sonntag alle Franzosen, die im Wählerregister stehen und sich per Unterschrift zu den Werten der bürgerlichen Rechten und des Zentrums bekennen. Wer wählen will, muss außerdem zwei Euro Kostenbeteiligung zahlen. Im ersten Wahlgang stimmten knapp 4,3 Millionen Franzosen ab.

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