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Tschernobyl-Reaktor verschwindet unter Schutzhülle, aber Probleme bleiben


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Tschernobyl-Reaktor verschwindet unter Schutzhülle, aber Probleme bleiben

Unzählige Tote, Menschen mit Fehlbildungen und verstrahltes Land, dafür steht Tschernobyl, neben Fukushima die größte Reaktorkatastrophe in der Geschichte der Menschheit.

Es begann am 26. April 1986 um 1 Uhr 23, als ein Sicherheitstest im Reaktor 4 des AKW in der heutigen Ukraine fehlschlug. Durch eine Explosion wurde der Reaktor zerstört. Die Flammen konnten erst nach zehn Tagen vollständig gelöscht werden.
Eine radioaktive Rauchwolke stieg in den Himmel und zog bis nach Europa.

Es dauerte drei Wochen, bis die Führung der Sowjetunion den Unfall im AKW Tschernobyl öffentlich bestätigte.

Nun ging es an die Schadensbegrenzung: Im November 1986 wurde der Bau einer Beton-Schutzhülle abgeschlossen. Sie isolierte den Unglücksreaktor 4 mit seinen 200 Tonnen verstrahltem Uran – jedoch eher schlecht, als recht.

Nach jahrelangem Zögern begann 2010 der französische Konzern Novarka mit dem Bau eines neuen Stahlmantels, der größere Sicherheit bieten soll: mehr als 100 Meter hoch, 250 Meter breit und 150 Meter lang. Er soll Umwelteinflüssen wie Nässe besser standhalten.
Ziel ist, dass das radioaktive Material langfristig unter Verschluss bleibt und die Arbeiter besser geschützt werden.

Novarka-Manager David Driskoll sagt, “die Schutzhülle wird den Reaktor 4 eng umschließen. Sie wurde geplant und gebaut, um 100 Jahre lang zu halten. Und sie gibt der Ukraine die Möglichkeit, den Reaktor Nr. 4 abzureißen, damit es nie wieder ein Sicherheitsrisiko gibt.”

Finanziert wird die 2,1 Milliarden Euro teure Struktur durch die internationale Gemeinschaft.
Damit ist es leider nicht getan: Für die Räumung des Reaktors ist die Ukraine zuständig, doch die ist finanziell durch eine Wirtschaftskrise und den Krieg im Osten ihres Landes schwer angeschlagen.

Jede Geschichte kann aus vielen Perspektiven erzählt werden. euronews Journalisten berichten in ihren Sprachen, mit ihrer Sicht der Dinge.

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