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Holding, US-Börsengang: Samsung denkt nach


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Holding, US-Börsengang: Samsung denkt nach

Jetzt ist es offiziell: Der südkoreanische Elektronikkonzern Samsung – Börsenwert 211 Milliarden Euro – erwägt unter dem Druck von Anlegern eine Aufspaltung.

Man werde mögliche Vorteile der Bildung einer Holding und eines Börsengangs in den USA prüfen, hieß es zu Forderungen des für seine aggressive Strategie bekannten Hedgefonds Elliott Management des US-Milliardärs Paul Singer. Samsung habe in den vergangenen Jahren Schritte zur Vereinfachung der
Geschäftstätigkeiten unternommen, «um sich auf die Kernfähigkeiten» zu konzentrieren, so die Firmenmitteilung. Die Suche nach der «optimale Struktur» hänge unter anderem von strategischen, rechtlichen und finanziellen Erwägungen ab.

Kim Jang-Won, Analyst IBK Securities, Seoul:

“Samsungs Umbau in eine Holding ist kein neuer Vorschlag von Seiten der Anleger, ist also nicht wirklich eine Überraschung. Der Finanzmarkt hat den strategischen Zug zur Kenntnis genommen, er ist bereits eingepreist. Das hat die Samsung-Aktie stark bewegt, am Ende schloss sie aber kaum verändert.”

Angesichts der ungeklärten Erbfolge will sich der von der Familie des Firmengründers geführte Konzern aber Zeit für die Entscheidung nehmen – wohl mindestens sechs Monate, ließ der Konzern wissen.

Der 74-jährige Konzernpatriarch Lee Kun Hee, ein Sohn des Firmengründers, ist seit Mai 2014 nach einem Herzinfarkt außer Gefecht, über seine Gesundheit wird immer wieder spekuliert. Lees Sohn und die beiden Töchter halten sich bislang zur Nachfolgefrage ebenso bedeckt wie zur künftigen Kontrolle über das Flaggschiff Samsung Electronics. Es wird spekuliert, dass sie über eine Umstrukturierung der Beteiligungen innerhalb des Firmen-Konglomerats ihre Kontrolle über die Samsung-Gruppe stärken wollen.

Elliott Management will unter anderem das operative Geschäft mit Handys, TV-Geräten und Speicherchips abtrennen und an die New Yorker Technologiebörse Nasdaq bringen.

Der Smartphone-Marktführer, auch bei Speicherchips und TV-Geräten mit an der Weltspitze, kämpft mit mehreren Krisenherden:

- Milliardenkosten im Zuge des Massenrückrufs brandneuer Top-Smartphones wegen entflammbarer Akkus.

- Ermittlungen in der Korruptionsaffäre um die südkoreanische Präsidentin Park Geun Hye.

su mit Reuters

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