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Mit Puppen die Welt erklären


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Mit Puppen die Welt erklären

Tschechien ist so etwas wie die Heimat des Kasperle. Denn Puppenspiel ist seit Jahrhunderten fest in der tschechischen Kultur verankert. Bereits im frühen Mittelalter sorgten Aufführungen mit Marionetten unter anderem auf Volksfesten für Unterhaltung.

Die Organisation der Vereinten Nationen für Bildung, Wissenschaft und Kultur, kurz UNESCO, erwägt, das tschechische und slowakische Puppenspiel als Weltkulturerbe zu klassifizieren. Die künstlerischen Einflüsse sind vielfältig:

“Eine Marionettenausstellung hat zu Beginn des 20. Jahrhunderts junge Maler angezogen. Dort haben sie traditionelle Puppen gesehen, die Menschen ähnelten. Doch gleichzeitig haben sie die Puppen als kinetische Skulpturen aufgefasst und wollten selbst welche bauen. Das war für die Puppenmacherei sehr bereichernd”, erläutert Simona Chalupova, Leiterin des Puppenmuseums in Chrudim.

Die Puppen werden traditionell per Hand gefertigt. Ausgangspunkt ist immer ein einfacher Holzklotz. Daraus entsteht dann ein Kunstwerk. “Eine Marionette ist ein hervorragendes Mittel, um Kindern die Welt der Erwachsenen zu zeigen”, sagt Puppenbauer Jiri Bares. “Kinder fassen Puppenspiele anders als normale Theaterstücke auf, die von Erwachsenen gespielt werden. Kindern macht das Zuschauen Spaß, und den Erwachsenen macht es Spaß, für die Kinder zu spielen. Deshalb glaube ich, gibt es in diesem Land so viele Menschen, die sich als Hobby oder beruflich mit Puppenspielen beschäftigen.”

Neben den professionellen Puppentheatern gibt es in Tschechien auch rund 3.000 Laienspielgruppen, die Geschichten mit Hilfe von Marionetten erzählen und damit die lange Tradition von Kasperle und Co. weiterführen.

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