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ExoMars: Berner Kamera sendet erste Bilder von der Marsoberfläche


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ExoMars: Berner Kamera sendet erste Bilder von der Marsoberfläche

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Die Sonde TGO hat elf Bilder von der Marsoberfläche aufgenommen, mit ihrer räumlichen Kamera “Cassis”, entwickelt an der Universität im schweizerischen Bern.

TGO, oder “Trace Gas Orbiter”, ist ein Gemeinschaftsunternehmen der europäischen Raumfahrtbehörde ESA und ihres russischen Pendants Roskosmos.

Die Sonde war am 19. Oktober am Mars angekommen und funktioniert einwandfrei; das dazugehörige Landegerät “Schiaparelli” allerdings stürzte damals auf der Oberfläche ab.

Zwei Umläufe (je vier Tage) lang hat TGO nun die Messinstrumente an Bord getestet: Neben “Cassis” sind das vor allem Geräte, die die Zusammensetzung der Atmosphäre bestimmen sollen.

Dabei geht es um Spurengase und vor allem um das Gas Methan, das auf der Erde normalerweise durch biologische Prozesse erzeugt wird, also auch auf dem Mars auf irgendeine Form von Leben deuten könnte.

Es kann aber auch geologisch entstehen, also ohne Beteiligung lebender Organismen; wo das Methan nun herstammt, soll die Sonde versuchen zu klären.

Auch die “Cassis”-Kamera dient vor allem zu diesem Zweck. Außerdem soll sie mit ihren räumlichen Bildern dabei helfen, künftige Landeplätze auf dem Mars auszusuchen.

Entwickelt wurde die Kamera in Bern zusammen mit dem Astronomischen Observatorium Padua in Italien und dem Weltraumforschungszentrum im polnischen Warschau.

“Obwohl der Test sehr erfolgreich war”, sagt “Cassis”-Projektleiter Nicolas Thomas von der Berner Uni auf deren Webseite, “haben wir ein paar Dinge identifiziert, die verbessert werden müssen” – so bei der Software an Board und bei der Bildnachbearbeitung auf der Erde.

Zur Qualität der Aufnahmen sagt Thomas: “Das ist, als ob wir mit fünfzehntausend Stundenkilometern über Bern hinweg rasen und gleichzeitig scharfe Bilder von Autos in Zürich schießen würden.”

Die jetzigen Aufnahmen entstanden in besonders großer Nähe zum Mars, in einer Höhe ab 235 Kilometer: So nahe führt die extrem langgezogene elliptische Umlaufbahn TGO alle vier Tage an die Oberfläche heran.

Die endgültige, dann kreisförmige Umlaufbahn der Sonde wird weit höher liegen, bei knapp vierhundert Kilometern. Dann, in etwa einem Jahr, beginnt für TGO auch die eigentliche Arbeit.

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