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OPEC beschließt geringere Ölproduktion - Preise steigen


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OPEC beschließt geringere Ölproduktion - Preise steigen

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Die OPEC kürzt ihre Ölproduktion. Der Verband wichtiger Ölförderländer will in den kommenden sechs Monaten 1,2 Millionen
Barrel (je 159 Liter) pro Tag weniger produzieren, so ein Beschluss in Wien. Das neue Limit soll bei 32,5 Millionen Barrel täglich liegen. Es ist die erste Förderkürzung des Kartells seit 2008. Die Opec- Länder stehen für rund ein Drittel der weltweiten Ölförderung. Die Ölpreise stiegen in einer ersten Reaktion um mehr als 8 Prozent, auch Aktien und Anleihen reagierten. Öl-Titel wie BP, Shell oder Eni legten zu.

Mohammed Bin Saleh Al-Sada, Ölminister aus Katar,
Präsident der Opec:

“Diese Vereinbarung geht davon aus, dass wichtige Nicht-Opec-Förderstaaten 600.000 Barrel pro Tag weniger produzieren. Die Russische Föderation hat sich verpflichtet, 300.000 Barrel weniger zu fördern.”

Nach monatelanger Diskussion hatte sich Saudi-Arabien bereiterklärt, den Löwenanteil der Kürzungen zu übernehmen. Es zeigte es sich auch offen für ein Entgegenkommen an den Erzrivalen Iran, der eine Ausnahmeregelung forderte. Vor allem Iran und Irak hatten sich in den vergangenen Wochen gegen den Druck Saudi-Arabiens gestemmt, sich in vollem Umfang an einer Förderkürzung zu beteiligen. Die Mitgliedschaft von Indonesien, das rund 700 000 Barrel Öl am Tag fördert, wurde ausgesetzt.

Mohamed Hamel, Vorsitzender des Gouverneursrats der OPEC:

“Anfänglich wurde Indonesien aufgefordert, um einen bestimmten Betrag zu reduzieren, und da es diese Einschränkung nicht akzeptieren konnte, wurde die Verringerung auf die anderen Länder verteilt.”

Die bereits im September in Algerien grundsätzlich beschlossene
Vereinbarung stand bis zuletzt auf wackeligen Beinen. Der drastische Verfall der Ölpreise seit Mitte 2014 auf aktuell weniger als die Hälfte – von 115 Dollar je Barrel auf zeitweise unter 30 Dollar – hatte Förderländer wie Venezuela oder Libyen stark unter Druck gebracht. Die OPEC-Staaten wollen den Ölpreis – von rund 47 Dollar je Barrel vor dem aktuellen Treffen – wieder auf 55 bis 60 Dollar hieven.

Allerdings: Eine wirksame Kontrolle der Förderquoten gilt als schwierig. Eine Preisrally könnte wieder mehr US-Schieferöl auf den Weltmarkt locken – andererseits ist wegen der
Konjunkturabkühlung in China und Indien laut Internationaler
Energieagentur IEA kaum mit einer anziehenden Öl-Nachfrage zu rechnen.

su mit Reuters, dpa

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