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Regen bringt "Film-Segen" auf dem Festival in Marrakesch

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Regen bringt "Film-Segen" auf dem Festival in Marrakesch

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Marrakesch ruft zum 16. internationalen Filmfestival. Die Jury steht in diesem Jahr unter Vorsitz des ungarischen Regisseurs Béla Tarr. Vierzehn Beiträge sind im Rennen.

Marrakesch ruft zum 16. internationalen Filmfestival. Und dass es ausgerechnet mal wieder am Eröffnungsabend regnete, tat der Begeisterung auch diesmal keinen Abbruch. Die Jury steht in diesem Jahr unter Vorsitz des ungarischen Regisseurs Béla Tarr. Vierzehn Beiträge sind im Rennen, Filme aus der ganzen Welt, eine stattliche Auswahl, fand auch Schauspieler Jason Isaacs.

Meinung

"Das Festival präsentiert sehr vielseitige, sehr engagierte, mitreißende und politische Filme. Und das ist absolut notwendig, denn in Zeiten der Krise müssen wir das Publikum mit engagierten Filmen konfrontieren."

Jessica Woodworth Regisseurin

Jason Isaacs: “Es ist immer wichtig, Filme zu feiern, die nicht von Superhelden handeln und ein Millionen Dollar schweres Werbebudget haben. Es ist wichtig, ihnen Aufmerksamkeit zu schenken und uns daran zu erinnern, dass wir lernen können, wie Menschen in anderen Teilen der Welt leben, denken und fühlen. Denn heute sieht es so aus, als würde die Welt in immer mehr Stücke zerfallen.”

Streifen, wie der Eröffnungsfilm “King of the Belgians”, die vierte gemeinsame Produktion des Duos Peter Brosens und Jessica Woodworth.

Jessica Woodworth: “Das Festival präsentiert sehr vielseitige, sehr engagierte, mitreißende und politische Filme. Und das ist absolut notwendig, denn in Zeiten der Krise müssen wir das Publikum mit engagierten Filmen konfrontieren.”

Die bitterböse Satire handelt von einem fiktiven belgischen Monarchen, der beim Staatsbesuch in Istanbul von der Unabhägkeitserklärung Walloniens erfährt. Die überstürzte Heimreise der königlichen Delegation gerät zu einem Chaostrip quer durch den Balkan.

Lise Pedersen, die für euronews während des gesamten Festivals vor Ort ist, sagt: “Das Filmfestival in Marrakesch gibt nicht nur die Möglichkeit, neue und aufregende Filmperlen aus aller Welt zu entdecken, sondern auch, gestandene Kinogrößen zu ehren. Zu den Ehrengästen in diesem Jahr gehört der japanische Kultregisseur Shinya Tsukamoto. Wir sprachen mit ihm über seinen jüngsten Kinobeitrag, diesmal als Schauspieler in Martin Scorseses neuem Film ‘Silence’.”

Den amerikanischen Kollegen bezeichnet er als seinen Lieblings-US-Regisseur, mit dem Dreh sei ein Traum in Erfüllung gegangen.

Shinya Tsukamoto: “Was mich am Meisten bei ihm beeindruckt, ist der Respekt für seine Darsteller. Er ist jemand, der genau zuhört, viele Vorschläge seiner Schauspieler übernimmt, bearbeitet und in seinen Film integriert. Das Ergebnis ist am Ende tatsächlich ein 100-prozentiger Scorsese-Film. Und dennoch hat er sich viel von dem, was die anderen beitragen, inspirieren lassen. Und das ist wirklich bewundernswert.”

Besondere Ehre gab es bei der Eröffnungsgala für den im vergangenen Juli verstorbenen iranischen Regisseur Abbas Kiarostami.

Mehr über das Festival Marrakesch erfahren Sie in den nächsten Ausgaben von Cinema und Cinema Box.