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Der IS-Vandalismus: Antikenstadt Nimrud fast komplett zerstört

Fast nichts mehr erinnert an die antike Ruinenstadt Nimrud im Nordirak.

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Der IS-Vandalismus: Antikenstadt Nimrud fast komplett zerstört

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Fast nichts mehr erinnert an die antike Ruinenstadt Nimrud im Nordirak. Die IS-Milizen haben rund 70 Prozent der archäologischen Stätte zerstört. Die Dschihadisten hatten dieses Juwel der Antike im Frühjahr 2015 eingenommen.

Bis dahin hatten die Bewohner der Region die Stätte bewacht. Gegen die IS-Kämpfer waren sie jedoch machtlos. Khaled Gabry erzählt: “Nach dem Kollaps von Saddam Husseins Regime und dem Eingreifen der USA hatte der Irak keine Regierung mehr. Wir haben also Stammesangehörige darum gebeten, die Reliquien zu beschützen. Wir haben Check Points eingerichtet und wir haben in der Gegend patrouilliert.”

Das im 13. Jahrhundert vor Christus gegründete Nimrud war die Hauptstadt des Reiches der Assyrer. Seine Herrscher erbauten prächtige Palaste und Standbilder.

Es war einer der berühmtesten archäologischen Fundorte im Zweistromland Mesopotamien, das als Wiege der menschlichen Zivilisation gilt.

Die Dschihadisten prahlten in einem Video mit der Zerstörung der Stätte am Ufer des Tigris. Laut ihrer extremen Ideologie sind Götterbilder und Heiligengräber verboten, da nichts außer Gott selbst angebetet werden dürfe.

Und mit dem Verkauf der Kunstschätze bessert der sogenannte Islamische Staat seine Kriegskasse auf. Khaled Gabry erklärt: “Wir wissen nicht wie viele Reliquien die Extremisten gestohlen haben. Aber wir wissen, dass sie kleine Reliquien, die einfach zu schmuggeln sind, mitgenommen haben.”